Erdoğans Kampf gegen den Alkohol: Viele Türken brauen nun selbst

Recep Tayyip Erdoğan ist für eine strikte Reglementierung des Alkoholkonsums in der Türkei. (Bild: AP Photo)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan versucht schon seit Jahren, den Alkoholkonsum der Bevölkerung mit Verboten und hohen Steuersätzen einzudämmen. Doch viele Türken greifen einfach zu preiswerteren Optionen. Und haben kreative Ideen.

Ein Bier im Park zu trinken, ist in der Türkei nicht mehr selbstverständlich. Bereits seit 2013 ist es dort verboten, auf öffentlichen Plätzen Alkohol zu trinken. Das Gesetz wurde vom damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschef Erdoğan vorangetrieben. Schon als Bürgermeister Istanbuls sorgte er dafür, dass Alkohol nur noch in räumlich abgetrennten Bereichen ausgeschenkt werden durfte.

Heute ist in der Türkei der Konsum und Verkauf von Alkohol stark reguliert und wird durch konsequente Kontrollen eingedämmt. Rund um Moscheen und Schulen ist der Verkauf gänzlich verboten und auch nach 22 Uhr darf kein Alkohol mehr verkauft werden.

Die Verbote wie auch die hohen Preise sorgen für einen scheinbaren Rückgang des Alkoholkonsums. Immerhin ist der Steuersatz für Alkohol stark in die Höhe geschossen. Laut der „Huffington Post“ ist die Alkoholsteuer seit 2011 sogar um ganze 725 Prozent gestiegen.

Ihren Raki brennen sich nun viele Türken selbst (Bild: AP Photo/Lefteris Pitarakis)

Doch ganz so einfach ist es nicht: Zwar wird weniger Alkohol gekauft, doch wird er weiterhin konsumiert. Immer mehr junge Türken beschließen nämlich einfach, ihr eigenes Bier zu brauen – mit preiswerten Starter-Sets zum Brauen aus dem Internet.

Und so sinken zwar die Verkaufszahlen für Alkohol – die von Ethanol legen unterdessen aber deutlich zu. Damit lassen sich beispielsweise unter Zugabe von Anis oder Anisöl selbst gemachte Raki-Mischungen herstellen. Im Jahr 2017 ist der Verkauf von Ethanol laut „Huffington Post“ um knapp sechs Prozent gestiegen.

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