"Erdogans verlängerter Arm": "heute-show" warnt vor Einfluss auf deutsche Schulen

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Sollte der türkische Präsident Einfluss auf den Islamunterricht in deutschen Schulen haben? Oliver Welke hat da so seine Zweifel.  (Bild: ZDF)
Sollte der türkische Präsident Einfluss auf den Islamunterricht in deutschen Schulen haben? Oliver Welke hat da so seine Zweifel. (Bild: ZDF)

Sollte Erdogan indirekt den Unterricht an hiesigen Schulen beeinflussen? Die "heute-show" im ZDF zog mal wieder alle Register, um satirisch den Finger in Deutschlands Wunden zu legen. Ob es nun um Impfungen, Korruption oder Antisemitismus ging.

Korruption, Antisemitismus, Autokratien: Die "heute-show" zog am Freitagabend im ZDF wieder alle Register. Zunächst ging es aber um den Impfgipfel im Kanzleramt, bei dem, so Moderator Oliver Welke (55), "etwas Ungeheuerliches geschehen" sei: "Zum ersten Mal in der Geschichte der Corona-Pandemie hat sich Merkels Zoom-Runde explizit mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt", die sich irgendwann in ferner Zukunft auch, O-Ton Angela Merkel (66), "um einen Impftermin bemühen" könnten. Und wenn bis dahin eine weitere Welle käme? Dann wäre die Lösung vielleicht Schoolhoming statt Homeschooling: "Ungeimpft zurück ins gute alte Internat", wo die Kids unter sich bleiben und keine Erwachsenen anstecken können.

Apropos ungeimpft: Da ein Prediger die Menschen in den USA aufruft, im Gebet Gott zu fragen, was der von einer Impfung hält, versuchte Welke, im Himmel anzurufen, erreichte aber nur die Mailbox. Dafür war Martina Hill (46) als "Impfluencerin" Tina Hausten am Start, die versuchte, impfunwillige "Frauen an die Nadel zu kriegen", indem sie AstraZeneca in "AromaZimtArnica" (auch in "Light" erhältlich) umbenannte, während Biontech zu "Biontech Lady" wurde, inklusive pinkfarbener Flasche und verdoppeltem Preis.

Das Kinderbuch zur Corona-Pandemie: In der "heute-show" kritisierte Oliver Welke auch die Impfstrategie der Regierung. (Bild: ZDF)
Das Kinderbuch zur Corona-Pandemie: In der "heute-show" kritisierte Oliver Welke auch die Impfstrategie der Regierung. (Bild: ZDF)

Geld regiert die Welt

Und wo wir schon bei Geldmacherei sind: Auch um die rund 25.000 Euro Weihnachtsgeld, die die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (40) beim Bundestag "versehentlich" viel zu spät gemeldet hatte, ging es in der "heute-show". Nebeneinkünfte haben aber auch diverse andere Politiker - vor allem in der Union verdient man sich gerne was dazu, Etwas mehr Transparenz wäre da ja schon mal super. Findet auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz (60). Offiziell. Seltsam nur, dass der in den letzten Jahren immer wieder gegen Vorschläge für mehr Transparenz gestimmt hat ...

Auch lukrativ: Korruption! Etwa durch Lobbyarbeit für Aserbaidschan, diese, so Welke, "knuffige Autokratie". Dass sich viele seiner Parteikollegen erstaunlich aserbaidschanfreundlich zeigen, fand ein von Holger Stockhaus (48) gespielter CDU-Vertreter halb so wild, immerhin habe Präsident Ilham Alijew (59) "sein Amt 2003 ganz demokratisch von seinem Vater geerbt." Na dann.

Von einer, ähm, "lupenreinen Demokratie" zur nächsten: Dass der belarussische Diktator Lukaschenko (66) ein Flugzeug zur Zwischenlandung in Minsk zwang, um den oppositionellen Blogger Roman Protassewitsch (26) und dessen Freundin Sofia Sapega aus der Maschine zu holen, kam der "heute-show" vor "wie in einem ganz, ganz schlechten Film." Der Plot sei schon "sehr konstruiert, selbst für einen doofen Agentenfilm", urteilte Till Reiners (36) als Filmkritiker. Insbesondere die Erklärung, es habe eine Bombendrohung der Hamas gegeben - die das dementierte. "Du merkst, dass deine Ausrede nicht optimal ist, wenn selbst die Hamas sagt: 'Attentate - immer gerne. Aber das is' uns 'n bisschen zu wirr.'"

Hallo, jemand zu Hause? Gott ist für Oliver Welke leider nicht erreichbar.  (Bild: ZDF)
Hallo, jemand zu Hause? Gott ist für Oliver Welke leider nicht erreichbar. (Bild: ZDF)

Judenhass in allen Facetten

Darf's noch ein Dritter in der Runde sein? Voilà: Recep Erdoğan (67). Die NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (54) möchte dem türkischen Moscheeverband DITIB Einflussnahme auf den Islamunterricht in NRW-Schulen gewähren. Die wird von der staatlichen Religionsbehörde in Ankara finanziert und ist damit laut "heute-show" so etwas wie "Erdoğans verlängerter Arm". Dass es in Zeiten von wachsendem Antisemitismus vielleicht nicht die beste Idee ist, diesem Arm viel Macht zu geben, darauf könnte man schon kommen - sagt der türkische Präsident doch Dinge wie: Es liege "in der Natur" der Juden, erst satt zu werden, wenn sie "Blut saugen". Aua! Er sei ja kein Experte, so Welke, meine aber, das gehe "vom Bereich legitime Israel-Kritik schon in den Bereich Judenhass ..."

Fragwürdiges betreibt laut "heute-show" derzeit auch Vegan-Koch Attila Hildmann (40) auf dem Messengerdienst Telegram. Was wohl herauskommt, wenn man sich davon die volle Dröhnung gibt? Das "heute-show"-Team probierte es aus und zwang Alexander Wipprecht (44), einen Tag lang ausschließlich den hildmannschen Kanal zu verfolgen. Ergebnis: Nach drei Minuten zitterten die Hände des "ganz normalen, linksgrün sozialisierten Comedy-Redakteurs", wenig später beschimpfte er eine Kollegin, am nächsten Morgen erschien er in Nazi-Uniform im Büro. Gut, dass das alles nur Satire war. Denn Versuchsperson in einem solchen "innovativen Menschenexperiment" (Welke) zu sein, das kann man nun wirklich niemandem zumuten.

Attila Hildmann verbreitet fragwürdige Botschaften auf seinem Telegram-Kanal. (Bild: ZDF)
Attila Hildmann verbreitet fragwürdige Botschaften auf seinem Telegram-Kanal. (Bild: ZDF)
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