Nach Erdrutschen in Kolumbien steigt Zahl der Toten auf 254

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Überlebende tragen ihre Habe über Schlamm und Geröll

Nach dem verheerenden Erdrutsch in der kolumbianischen Stadt Mocoa ist die Zahl der Toten auf mehr als 250 gestiegen. Unter den 254 Toten seien 43 Kinder, erklärte Präsident Juan Manuel Santos am Sonntag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. "Leider handelt es sich immer noch um vorläufige Zahlen." Der Präsident begab sich am Sonntag nach Mocoa, um die Rettungsmaßnahmen und Aufräumarbeiten zu beaufsichtigen.

Rettungshelfer suchten in Trümmern und Schlamm nach weiteren Opfern. Die Strom- und Wasserversorgung war weiterhin unterbrochen.

Unterdessen bot die Farc-Guerilla ihre Mithilfe beim Wiederaufbau der Stadt an. Der Chefunterhändler der Rebellen, Iván Márquez, sagte, die Rebellen hätten den Wunsch geäußert, nach Mocoa zu gehen, um dort zu arbeiten und beim Wiederaufbau zu helfen. Die Farc sei "sehr betrübt" über die Tragödie.

Sintflutartige Regenfälle hatten am Freitagabend im Süden Kolumbiens Erdrutsche ausgelöst. In den Schlamm-Massen kamen mindestens 210 Menschen ums Leben, wie Präsident Juan Manuel Santos mitteilte. Betroffen war vor allem die 40.000-Einwohner-Stadt Mocoa: Die Schlammlawinen wälzten sich durch die Straßen und rissen ganze Häuser, zwei Brücken, Autos und Bäume fort.

Der im November geschlossene Friedensvertrag zwischen Regierung und Guerilla sieht vor, dass die rund 7000 Kämpfer der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) ihre Waffen unter Aufsicht der UNO in landesweit 26 Entwaffnungszonen niederlegen. Der Prozess begann Anfang März, bis Ende Mai soll die Entwaffnung abgeschlossen sein.

Mit dem Friedensabkommen soll der seit 1964 andauernde Konflikt zwischen der Armee und der Farc, anderen linksgerichteten Guerillagruppen und rechten Paramilitärs beigelegt werden, in dem mehr als 260.000 Menschen starben. Etwa sieben Millionen Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 60.000 werden vermisst.

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