Erhöhter Datenverkehr wegen "Squid Game": Internetanbieter verklagt Netflix

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"Squid Game" ist der neue Netflix-Hit aus Südkorea. Doch nicht alle lieben die Serie und der Streaming-Riese hat nun sogar eine Klage deswegen am Hals. Ein Internetanbieter klagt gegen Netflix - weil "Squid Game" so populär sei, dass viel mehr Netz genutzt werde.

Die Netflix-Serie
Hits wie "Squid Game" fesseln zahlreiche Zuschauer - sollte Netflix deshalb für gestiegenen Internetnutzen mitzahlen? (Bild: REUTERS/Kim Hong-Ji/Illustration)

Die Klage stammt vom südkoreanischen Internetanbieter SK Broadband. Konkret wird Netflix dazu aufgefordert, sich an den Kosten für Wartungsarbeiten und Ähnlichem, die durch den erhöhten Datenverkehr notwendig geworden sind, zu beteiligen. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte am Freitag das Vorhaben, wie Reuters berichtet.

Er sagte weiter, dass Netflix durch Hits wie "Squid Game" mittlerweile nach Googles YouTube der größte Traffic-Generator im Land sei. Allerdings seien diese beiden Hauptverantwortlichen für den meisten Datenverkehr auch die einzigen, die derzeit nicht dafür bezahlen, das Netz im Land zu nutzen. Andere Content-Provider wie Amazon, Apple oder Facebook würden hingegen bereits eine gewisse Gebühr zahlen, so der Sprecher.

Netflix verlor letztes Jahr in Südkorea bei einer ähnlichen Klage

Bereits seit 2018 soll Netflix nach Angaben des Unternehmens das Netz von SK Broadband nutzen, um immer mehr datenintensive, High-Definition Videoinhalte für die Zuschauer in Südkorea bereitzustellen. Darunter fallen auch südkoreanische Eigenproduktionen, wie beispielsweise "Squid Game".

Schon im letzten Jahr gab es deshalb eine ähnliche Klage: Netflix argumentierte damals, dass ihre Pflicht mit der Herstellung und Bereitstellung von Content ende - und, dass in der Internetwelt die Auslieferung davon "prinzipiell umsonst" sei. Damals entschied ein Gericht in Seoul jedoch, dass der Streaming-Riese im Unrecht ist. Es sei durchaus "angemessen", dass etwas im Gegenzug für die Nutzung des Internetanbieters gezahlt werden muss. Damals legte Netflix Einspruch gegen das Urteil ein, über diesen wurde jedoch noch nicht entschieden.

In den USA zahlt Netflix bereits für schnellere Streaming-Geschwindigkeiten

Bezüglich der aktuellen Klage kündigte Netflix an, die Beschwerde zu prüfen und ein Gespräch mit SK Broadband zu suchen. Tatsächlich ist es gar nicht so unüblich, einen Internetanbieter zu bezahlen. In den USA beispielsweise bezahlt Netflix bereits seit sieben Jahren Comcast Corp für schnellere Streaming-Geschwindigkeiten.

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