Erinnerung an Krieg und „Erbfeind“ Frankreich: Gebt dieser Straße einen neuen Namen!

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Sedan steht für Hunderttausende getöteter Menschen, für Kriegsgemetzel, für deutschen Größenwahn. Diesem Schlachtort und damit auch der Feindschaft gegen Frankreich eine Straße zu widmen mag den völkischen und militaristischen Gruppen und Parteien gefallen. Aber mit dem Selbstverständnis einer Stadt, die sich demokratischen und friedensfördernden Werten verpflichtet weiß, ist das unvereinbar. Deshalb fordere ich: Benennt diese Straße endlich um. Es ist überfällig. Für den preußischen Reichskanzler Otto von Bismarck war der 2. September 1870 ein guter Tag. Die Truppen seines Königs Wilhelm I. siegten bei Sedan über die Armeen des französischen Kaisers Napoleon III., der sich daraufhin am nächsten Morgen in Gefangenschaft begeben musste. „Welch eine Wendung durch Gottes Führung“, jubelte der König, der auch gleichzeitig oberster Herr der evangelischen Kirche war.Es brauchte dann nur noch wenige Monate, bis am 18. Januar 1871 im Schloss von Versailles die endgültige Niederlage Frankreichs gefeiert wurde und sich der bisherige preußische König als Deutscher Kaiser proklamieren ließ. Unter Einverleibung etlicher kleinerer deutscher König- und Fürstentümer wurde das Deutsche Reich geschaffen. Und um dessen Wirtschaftsaufschwung in den Gründerjahren zu finanzieren, presste man Frankreich Reparationen von fünf Milliarden Francs in 1450 Tonnen Feingold ab. „Blut und Eisen“ begründete das deutsche Reich Neben Bismarcks raffinierter Diplomatie war es weniger „Gottes Führung“, sondern vor allem „Blut und Eisen“, mit denen dieses deutsche Reich begründet wurde. 50 000 deutsche und 140 000 französische Soldaten blieben auf den Schlachtfeldern zurück, zerfetzt, erschossen, verstümmelt. Viele Verletzte wurden im Schloss von Versailles behandelt. Man hatte extra dicke Vorhänge angebracht,...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo