Eritrea soll Mobilisierung eigener Truppen wegen Kämpfen in Äthiopien angeordnet haben

Als Reaktion auf  erneute Kämpfe im Norden Äthiopiens hat das Nachbarland Eritrea nach Angaben Großbritanniens und Kanadas die Mobilmachung seiner Streitkräfte angeordnet.  "Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen könnten kurzfristig im ganzen Land verhängt werden", hieß es von der kanadischen Regierung. Der 2020 ausgebrochene bewaffnete Konflikt zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der in der nördlichen Region Tigray regierenden Volksbefreiungsfront Tigray (TPLF)war nach Monaten relativer Ruhe im August wieder aufgeflammt.

In Reisewarnungen riefen London und Ottawa nun ihre Staatsbürger in Eritrea dazu auf, ihre Reisen wegen des Mobilmachungsaufrufs einzuschränken. Die eritreische Regierung äußerte sich zunächst nicht.

Der bewaffnete Konflikt in Äthiopien hatte im November 2020 mit einer Offensive der äthiopischen Streitkräfte begonnen, nachdem die TPLF die Autorität der Zentralregierung immer wieder infrage gestellt hatte.

Nach einigen Monaten relativer Ruhe war der Konflikt im vergangenen Monat wieder aufgeflammt. Beide Seiten warfen einander vor, das Feuer eröffnet zu haben. Auch eritreische Truppen waren involviert. Eritrea hatte in der Anfangsphase des Konflikts die äthiopische Zentralregierung  unterstützt.

Das Verhältnis zwischen den ostafrikanischen Nachbarstaaten Äthiopien und Eritrea war nach einem 1998 entflammten Krieg über Jahre von großer Feindschaft geprägt. Für seine überraschende Initiative zur Aussöhnung mit Eritrea wurde der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed 2019 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Feindschaft zwischen Eritrea und der TPLF in der Grenzregion Tigray blieb jedoch bestehen.

mhe/se