Erleichterung in Brüssel über den Wahlausgang in Frankreich

Auch in Brüssel herrscht Erleichterung darüber, dass der Mitte-Links-Kandidat Emmanuel Macron gute Chancen hat, in knapp zwei Wochen zum Präsidenten Frankreichs gewählt zu werden. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wünschte Macron kurz nach der ersten Runde Erfolg, was einer Einmischung in die Wahl gleichkommt.

“Dass Marine Le Pen, obwohl sie den zweiten Platz erreichte, immerhin mehr als sieben Millionen Stimmen erhielt, ist ziemlich ernüchternd”, so Sandrine Coppola. “In der zweiten Runde kann man sich zwar gegen die Front National doch nicht für ein Gesellschaftsprojekt entscheiden. Denn in Macrons Gesellschaftsprojekt erkenne ich mich nicht wieder.” Die in Brüssel lebende Beamtin zählt zu den mehreren Zehntausend französischen Staatsbürgern, die in Belgien wählten.

“Wenn zwei wichtige Staaten, wie es Frankreich und Großbritannien sind, die EU verlassen würden, wäre das ein Rückschritt”, meint Dirk Bochar von der Ingenieursvereinigung FEANI. “Es ist wenig wahrscheinlich, dass dies geschieht, daher bin ich mit dem Wahlausgang sehr zufrieden.”

“Die Angst ist ein Produkt der Medien, ich denke nicht, dass die EU darüber in Sorge sein sollte, was in Frankreich geschieht”, sagt der ebenfalls in Brüssel lebende Franzose Francois Melchaler. “Es wird wie immer sein, die Gleichen werden gewählt und es geht weiter.”

Doch selbst wenn Macron bei der Stichwahl siegen sollte: Seine Partei “‘En Marche” ist nicht im Parlament. Im Juni wählt Frankreich eine neue Nationalversammlung.

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