Erleichterung und Freude in Deutschland über Ausgang der französischen Parlamentswahlen

Erleichterung und Freude in Deutschland über Ausgang der französischen Parlamentswahlen

Die Stichwahl in Frankreich am Sonntag hat für eine handfester Überraschung gesorgt: Sieg für das Linksbündnis und ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Platz zwischen dem regierenden liberalen Bündnis und der einst favorisierten rechtsextremen Nationalen Sammlungsbewegung (RN). In Deutschland hat das für große Erleichterung gesorgt.

Prominente Mitglieder der Grünen, die Teil der Regierungskoalition im Nachbarland sind, gehörten zu den ersten, die auf Social-Media-Plattformen reagierten.

Die erste politische Geschäftsführerin der Partei, Emily Büning, postete auf X:

Aus der Bundesregierung kommentierte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) den Wahlausgang: "Eine sensationelle Kehrtwende, wenn sie denn eintritt."

"Zusammenstehen gegen Rechtspopulisten ist eine Pflicht im Kampf um den Erhalt demokratischer Strukturen. Die Wahlen in Polen, England und jetzt in Frankreich geben uns Hoffnung", erklärte Lauterbach.

Yannick Bury, Bundestagsabgeordneter der oppositionellen CDU, sagte: "Es liegt nun an uns, gemeinsame Themen und Projekte mit Frankreich zu finden und voranzutreiben. Das wird mit den neuen Mehrheitsverhältnissen nicht einfacher, aber es bleibt möglich. Das ist die gute Nachricht des Abends."

Marcus Feldenkirchen, Journalist bei Deutschlands führendem Wochenmagazin Der Spiegel, schrieb auf X: "Das Wahlergebnis aus Frankreich ist eine große Überraschung und eine sehr schöne."

Nicht alle sind glücklich

Es gab jedoch auch einige kritische Kommentare, insbesondere zu Jean-Luc Mélenchon, dem Vorsitzenden der linksgerichteten La France Insoumise, der größten Partei des neuen Volksfrontbündnisses, der bereits den Rücktritt Macrons gefordert und als Reaktion auf den Wahlausgang den Anspruch auf die Führung der neuen Regierung erhoben hat.

Als Reaktion auf Mélenchons erste Worte nach dem Sieg seiner Koalition postete Miriam Hollstein, die politische Chefkorrespondentin des Stern, einen sarkastischen Kommentar auf X:

Diese entscheidenden Wahlen wurden in Deutschland sehr genau beobachtet, und die Aussicht auf eine mögliche rechtsextreme Regierung hatte offensichtlich viele in Angst und Schrecken versetzt, darunter auch Scholz, der jüngst in einem Interview seine Hoffnung zum Ausdruck brachte, "dass Parteien, die nicht [Marine] Le Pen sind, um es mal so auszudrücken, bei der Wahl erfolgreich sind."

Ironischerweise scheint sogar das deutsche rechtsextreme Äquivalent, die AfD, von dem prognostizierten Scheitern der RN unbeeindruckt zu sein. Ihre Anhänger kommentierten in den sozialen Medien, dass "Frankreich nie unser Freund war und es auch nie sein wird" - eine nicht ganz so subtile Anspielung auf den Ausschluss der Delegation der Partei aus ihrer Fraktion im Europäischen Parlament, Identität und Demokratie (ID), der sehr stark von Le Pen initiiert worden war.