Ermittlungsverfahren gegen Armeniens Ex-Präsidenten Sarkissjan wegen Veruntreuung

Gegen Armeniens voriges Jahr gestürzten Präsidenten Sersch Sarkissjan ist ein offizielles Ermittlungsverfahren wegen Veruntreuung staatlicher Gelder eingeleitet worden. Dem 65-jährigen Ex-Staatschef wird zur Last gelegt, die Zweckentfremdung und Veruntreuung von 489 Millionen Dram (913.000 Euro) durch Regierungsvertreter organisiert zu haben, erklärte Armeniens Sonderermittlungsbehörde am Mittwoch. Dem 65-Jährigen sei es daher untersagt worden, das Land zu verlassen.

Sarkissjan hatte die frühere Sowjetrepublik Armenien von 2008 bis 2018 regiert. Nach zehnjähriger Präsidentschaft versuchte er, als Ministerpräsident die Macht in seinen Händen zu behalten. Damit löste er allerdings wochenlange Massenproteste aus, die schließlich zu Sarkissjans Rücktritt und zur Entmachtung seiner Partei führten.

Auch Sarkissjans Amtsvorgänger Robert Kotscharjan wird in Armenien strafrechtlich verfolgt. Im Mai begann ein Prozess, in dem ihm der Versuch eines "Putsches" durch Wahlbetrug im Jahr 2008 vorgeworfen wird, der zu gewaltsamen Protesten mit zehn Todesopfern führte.