Erneut Journalist in Mexiko erschossen

Ermittler am Tatort

Unbekannte haben in Mexiko erneut einen Journalisten auf offener Straße erschossen. Maximino Rodríguez Palacios wurde am Freitag vor einem Geschäft im Bundesstaat Baja California Sur im Nordwesten des Landes getötet, als er mit seinem Auto dort hielt, wie sein Arbeitgeber, das Nachrichtenportal "Colectivo Pericu", berichtete. Seine Frau, die auf einen Rollstuhl angewiesen sei, sei bei dem Mordanschlag in der Stadt La Paz dabei gewesen, selbst aber unverletzt geblieben.

Die mexikanische Staatsanwaltschaft bestätigte den Mord an dem 71-jährigen Journalisten. Die Ermittler untersuchten derzeit Patronenhülsen vom Tatort. Dem Nachrichtenportal zufolge sollen die Täter schwere Waffen verwendet haben.

Ersten Berichten zufolge fielen die Schüsse auf Rodríguez, als dieser auf einem Behindertenparkplatz hielt und nach einem Rollstuhl für seine Frau fragte. "Colectivo Pericu" forderte die Behörden auf, die Tat aufzuklären sowie "die vielen anderen Verbrechen, die nicht geahndet wurden".

Mit Rodríguez ist bereits der vierte Journalist innerhalb von sechs Wochen in Mexiko getötet worden. Mexiko wird von Drogenkriminalität geplagt und steht nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) bei der Zahl getöteter Journalisten an dritter Stelle hinter Syrien und Afghanistan. Eine RSF-Sprecherin in Mexiko sagte, Rodríguez habe in seiner langen Karriere "sehr stark, sehr kritisch" berichtet.

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