Die Wahl im Ticker - Ausschreitungen nach Links-Sieg in Frankreich - Le Pen wütet gegen Mbappé

Frankreich, Paris: Polizisten stehen bei brennenden Fahrrädern während der Spannungen in der Nähe des Platzes der Republik nach der zweiten Runde der Parlamentswahlen in Paris.<span class="copyright">dpa</span>
Frankreich, Paris: Polizisten stehen bei brennenden Fahrrädern während der Spannungen in der Nähe des Platzes der Republik nach der zweiten Runde der Parlamentswahlen in Paris.dpa

Überraschung in Frankreich: Unerwartet liegt das Linksbündnis bei der Parlamentswahl vorn. Marine Le Pens Rechtsnationale könnten nur auf Platz drei landen. Alle Nachrichten zur Wahl in Frankreich im Newsticker.

Le Pen wütet nach Wahl-Pleite gegen Mbappé

06.32 Uhr: Die unterlegene Marine Le Pen vom Rassemblement National (RN) hat Frankreichs Fußball-Superstar Kylian Mbappé öffentlich attackiert. „Die Franzosen haben es satt, belehrt und beraten zu werden, wie sie wählen wollen“, sagte Le Pen dem US-Sender „CNN“. „Mbappé vertritt nicht die Franzosen mit Migrationshitnergrund, denn es gibt viel mehr von ihnen, die vom Mindestlohn leben, sich keine Wohnung und keine Heizung leisten können, als Leute wie Hernn Mbappé.“

Der Fußballer hatte sich nach dem ersten Wahlgang kritisch zur RN geäußert: „Es ist eine brenzlige Situation. Wir dürfen nicht erlauben, dass unser Land in die Hände dieser Leute fällt. Ich hoffe, dass sich am Ergebnis noch etwas ändert und dass die Leute die richtigen Parteien wählen“.

Ausschreitungen nach Wahl in Frankreich

06.28 Uhr: In Städten im ganzen Land kam es in der Nacht bei Kundgebungen zu Ausschreitungen. In Paris versammelten sich Tausende Menschen auf der Place de la République im Zentrum der Hauptstadt, um den Sieg des Linksbündnisses zu feiern. Dabei geriet ein Teil der Demonstranten nach Medienberichten mit Ordnungskräften aneinander, die daraufhin Tränengas einsetzen. Barrikaden aus Holz wurden in Brand gesetzt. Auch in Lille, Rennes und Nantes kam es zu Auseinandersetzungen.

Wie es nach dem Wahl-Beben mit Macron, Le Pen und Frankreich weitergeht

Montag, 8. Juli, 6.09 Uhr: Nach der Parlamentswahl muss Frankreich eine Regierung finden. Doch die Mehrheitsverhältnisse sind mit dem Überraschungssieg der Linken kompliziert. Was das für Macron, Le Pen und Frankreich heißt, lesen Sie hier..

Frankreichs Premier kündigt nach Wahl-Beben Rückzug an

21.35 Uhr:  Der französische Premierminister Gabriel Attal hat nach dem Überraschungssieg des Linksbündnisses bei der Parlamentswahl seinen Rücktritt angekündigt. Das Mitte-Lager von Staatspräsident Emmanuel Macron verfüge über keine Mehrheit mehr, teilte er nach Bekanntwerden erster Hochrechnungen mit.

Parlamentswahl in Frankreich: Linksbündnis überraschend vorn

Sonntag, 7. Juli, 20.03 Uhr: Am Tag nach dem unerwarteten Ergebnis bei der Parlamentswahl muss Frankreich sich neu sortieren. Der Rechtsruck fällt schwächer aus als angenommen - in der neu gewählten Nationalversammlung wird voraussichtlich ein Linksbündnis stärkste Kraft. Premierminister Gabriel Attal zog erste Konsequenzen und kündigte seinen Rücktritt an. Eine regierungsfähige Mehrheit ist aber noch nicht in Sicht, zudem fehlt es den Linken an einer gemeinsamen Führung. Ungewiss ist auch, was das Ergebnis für Deutschland und Europa heißt.

Das linke Bündnis Nouveau Front Populaire könnte den Zahlen zufolge auf 172 bis 215 der 577 Sitze kommen, Macrons Kräfte auf 150 bis 180 und das Rassemblement National (RN) um Marine Le Pen und seine Verbündeten auf 120 bis 152.

In der Übersicht (577 Sitze):

  • Nouveau Front Populaire (172 bis 215 Sitze)

  • Renaissance (150 bis 180 Sitze)

  • Rassemblement National (120 bis 152 Sitze)