Erstmals wiederverwendete Antriebsrakete ins All geschickt

Erstmals wiederverwendete Antriebsrakete im All

Als "Revolution der Raumfahrt" feiert SpaceX-Chef Elon Musk die Mission: Sein privates Raumfahrtunternehmen hat erstmals eine wiederverwendete Antriebsrakete erfolgreich ins All und zurück zur Erde gebracht. Die Rakete vom Typ Falcon 9 startete am Donnerstag (Ortszeit) vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Durch die Wiederverwendung der besonders kostspieligen Antriebsraketen dürften Weltraummissionen künftig deutlich kostengünstiger werden. SpaceX will auf diese Weise auch seine geplante Mars-Mission ermöglichen.

Die SpaceX-Rakete startete um 6.27 Uhr Ortszeit (Freitag 00.27 Uhr MESZ) ins All. Sie brachte einen Kommunikationssatelliten des Luxemburger Unternehmens SES ins All. Zehn Minuten nach dem Start brach im SpaceX-Kontrollzentrum im kalifornischen Hawthorne lauter Jubel aus. Die Rakete landete aufrecht auf einem unbemannten Wasserfahrzeug im Atlantik, auf dem die Worte "Of Course I Still Love You" (Natürlich liebe ich Dich noch) zu lesen standen.

Damit wurde offenbar darauf angespielt, dass der nun verwendete säulenförmige Teil der Rakete, der als erste Stufe oder Antriebsrakete bezeichnet wird, bereits bei einer Mission mit der unbemannten Weltraumkapsel "Dragon" im April 2016 zum Einsatz gekommen war. SpaceX schaffte es damit als Erster, die selbe Antriebsrakete zwei Mal starten und landen zu lassen.

Die sogenannte erste Stufe ist der teuerste Teil einer Rakete. Bei der Falcon 9 ist sie 41 Meter lang. Durch ihre Wiederverwendung könnten die Kosten eines Falcon-9-Starts in Höhe von gut 61 Millionen Dollar (57 Millionen Euro) um rund 30 Prozent gesenkt werden, erklärte SpaceX.

Die Wiederverwendung von Raketen hatte das private Raumfahrtunternehmen vor 15 Jahren als zentrales Ziel ausgegeben. Laut SpaceX-Chef Musk ist dies eine Voraussetzung für Mars-Missionen. Ab 2025 will das US-Unternehmen bemannte Raumschiffe zum Mars schicken, um den Roten Planeten zu besiedeln.

Der nun erzielte Erfolg bedeute "letztendlich eine riesige Revolution der Raumfahrt", sagte Musk am Donnerstag in einer Videobotschaft. Schließlich müsse damit "der teuerste Teil der Rakete" nicht jedes Mal völlig neu gebaut werden. Auch die Nasa maß der jüngsten SpaceX-Mission weitreichende Bedeutung zu. "Gratulation zu einem weiteren historischen Start", schrieb die US-Weltraumbehörde im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Bei der Wiederverwendung von Raketen-Komponenten hatte das kalifornische Unternehmen im Dezember 2015 den Durchbruch geschafft, als es ihm erstmals gelang, die erste Stufe der Falcon 9 unbeschadet zurück zur Erde zu bringen.

Allerdings ist noch ungewiss, wie oft eine Antriebsrakete wiederverwendet werden kann. Die nun verwendete erste Stufe war vor ihrem zweiten Start umfangreich überarbeitet worden. Sie soll nun der Nasa geschenkt und in Cape Canaveral ausgestellt werden.

Das luxemburgische Unternehmen SES, das SpaceX einen Satelliten für Lateinamerika anvertraut hatte, hob hervor, dass Skeptiker mit der geglückten Mission widerlegt worden seien. "Die Leute haben gesagt, dass wir ein riesiges Risiko eingehen. Ich habe immer gesagt 'Das tun wir nicht'", sagte SES-Technologiechef Martin Halliwell vor Journalisten. Nun habe sich "die Tür zu einer ganz neuen Ära der Raumfahrt" geöffnet.

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