Verhandlungspartner wollen Nafta-Freihandelsabkommen rasch modernisieren

Fahnen der Nafta-Mitglieder bei Gesprächen in Washington

Mit einem Bekenntnis zur raschen Fortführung der Gespräche haben die USA, Kanada und Mexiko die erste Runde ihrer Neuverhandlungen über das Nafta-Freihandelsabkommen beendet. Ziel aller drei Länder sei es, das Abkommen den "Standards des 21. Jahrhunderts" anzupassen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung vom Sonntag. Die Verhandlungen sollen nun in einem engen zeitlichen Rhythmus fortgeführt werden, konkrete Ergebnisse gab es zunächst nicht.

Die Fülle an Vorschlägen zur Neugestaltung des Abkommens während der ersten Verhandlungsrunde stehe für den Willen der drei Länder, zu einem "ehrgeizigen Ergebnis" zu gelangen, hieß es in der Erklärung weiter. Die Regeln des "weltgrößten Freihandelsabkommens" müssten modernisiert werden und es müsse dem Wohl der Bürger aller drei Länder dienen.

Allerdings sind sich besonders die USA auf der einen und Kanada und Mexiko auf der anderen Seite uneinig über die konkrete Ausgestaltung des Nafta-Abkommens. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump plädiert für eine tiefgreifende Änderung der Regelungen, um das aus Sicht der USA ungerechte Handelsdefizit vor allem mit Mexiko auszugleichen. Kanada und Mexiko hingegen stellten von Beginn an klar, dass es ihnen vor allem darum geht, das Abkommen zu "verbessern" und "weiterzuentwickeln".

In der ersten Verhandlungsrunde wurden nun mehr als zwei Dutzend Themen angesprochen, konkrete Ergebnisse wurden aber noch nicht erzielt. Alle Seiten hätten sich darauf verständigt, in den kommenden zwei Wochen nach Gesprächen mit Unternehmen in den jeweiligen Heimatländern weitere Vorschläge einzureichen.

Die Gespräche hatten am Mittwoch in Washington begonnen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 1. bis 5. September in Mexiko geplant, schon Ende September soll in Kanada weiter verhandelt werden. Im Oktober ist dann eine weitere Runde in den USA geplant, bis Jahresende sollen weitere Gespräche folgen.

Die rasche Abfolge der Gespräche bei solch komplexen Handelsabkommen ist ungewöhnlich. Allerdings wird sowohl in Mexiko als auch in den USA im kommenden Jahr gewählt. Erfolgsmeldungen bei den Verhandlungen könnten dabei helfen.

Trump hatte das Abkommen im Wahlkampf wiederholt als "Katastrophe" bezeichnet. Seine Drohung, aus Nafta auszusteigen, nahm er mittlerweile zurück, stattdessen will er die Bedingungen zugunsten der USA neu verhandeln. Einigkeit besteht bei den Verhandlungspartnern unter anderem darüber, dass ein Kapitel zum Online-Handel hinzugefügt und die steigende Rolle des Handels bei den Dienstleistungen berücksichtigt werden muss.

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