Erste Tarifrunde der Metaller endet in Sachsen ohne Annäherung

Ohne eine Annäherung ist am Mittwoch die erste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie für die Beschäftigten in Sachsen zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft IG Metall, die mit Forderungen nach einem Lohnplus von acht Prozent in die Gespräche gegangen war, forderte die Arbeitgeber auf, ein "verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen". Nach vier Jahren ohne Erhöhung sei vor dem Hintergrund der steigenden Lebenshaltungskosten ein "deutliches Lohnplus überfällig".

Nach Angaben der Gewerkschaft legten die Arbeitgeber am Mittwoch zunächst kein Angebot vor. Demnach bekräftigten sie stattdessen ihren Wunsch nach einer Nullrunde.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall begründet seine Haltung mit den derzeit "großen Herausforderungen und Unsicherheiten" für die Branche - und nennt neben dem Ukraine-Krieg und der drohenden Energieknappheit auch die Corona-Lockdowns in China und den Fachkräftemangel.

"Noch nie haben sich die Risiken so konzentriert wie derzeit", heißt es in den Äußerungen der Arbeitgeber zur Tarifrunde. Derzeit sei eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau ausgeschlossen. In dieser Lage komme den Tarifparteien eine "besondere Verantwortung" zu.

Die IG Metall beklagt stattdessen, am Ende laufe es mit der Haltung der Arbeitgeber auf eine "Minusrunde" hinaus. "Mit solchen Provokationen sorgen die Arbeitgeber nur für eine Eskalation in dieser Tarifrunde", warnte die Gewerkschaft. Der "Durchsetzungswillen und die Durchsetzungskraft" der Beschäftigten dürften nicht unterschätzt werden.

Für Sachsen wird am 14. Oktober weiter verhandelt. Ebenfalls am Mittwoch begannen auch die ersten Gespräche in der Tarifrunde für Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen. Niedersachsen hatte am Montag den Auftakt gemacht.

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