Mindestens zwei EU-Mitarbeiter mit neuartigem Coronavirus infiziert

Hinweis vor dem EU-Parlamentsgebäude in Brüssel

Mindestens zwei Mitarbeiter der Europäischen Union haben sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Beim ersten Fall handele es sich um einen Mitarbeiter der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) in Brüssel, der am 23. Februar von einer Italien-Reise zurückgekommen sei, teilte eine EDA-Sprecherin. Ein zweiter Mann, der für den Sicherheitsdienst des Europäischen Rates tätig sei, habe sich vermutlich bei dem EDA-Beamten angesteckt, erklärten EU-Vertreter.

Bei dem zweiten Betroffenen sei die Infektion "vor einigen Tagen" nachgewiesen worden, er befinde sich "derzeit in medizinischer Behandlung", hieß es weiter. Er habe zuvor Kontakt zu dem erkrankten EDA-Beamten gehabt. Ein Vertreter des Europäischen Rates erklärte, die Sitzungen der Institution sollten "wie geplant" weiter stattfinden. "Alle erforderlichen Maßnahmen" seien ergriffen worden, "um die Übertragungsrisiken zu begrenzen". Der Rat plane bislang nicht, anstehende Veranstaltungen wie den EU-Gipfel am 26. März abzusagen.

Der EDA-Beamte stehe seit dem Auftreten erster Krankheitsanzeichen am Samstagabend unter häuslicher Quarantäne, erklärte eine EDA-Sprecherin. Er leide lediglich unter "sehr leichten" Symptomen, seine Kollegen seien unter Quarantäne gestellt worden. Jegliche Termine am Brüsseler EDA-Sitz wurden laut der Sprecherin bis zum 13. März abgesagt, alle Dienstreisen wurden gestrichen. Alle Büro- und Konferenzräume seien desinifiziert worden.

Mehrere EU-Institutionen hatten in den vergangenen Tagen Sicherheitsmaßnahmen angesichts der Coronavirus-Epidemie getroffen. Das Europaparlament beschloss am Montag, für drei Wochen keinerlei Besucher mehr zuzulassen. Plenar- und Ausschusssitzungen sollen aber normal weiterlaufen. Plenar- und Ausschusssitzungen sollen aber normal weiterlaufen.

Insgesamt wurden in Belgien bis Mittwoch 23 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Die meisten Fälle wurden seit dem Wochenende registriert, nach dem Ende der Faschingsferien.