Erster Marathon in Teheran - aber ohne Frauen

Auch dutzende Ausländer nahmen an dem ersten Marathon durch die iranische Hauptstadt teil, doch durften Frauen nur einen kürzeren Zehn-Kilometer-Lauf in einem Stadion absolvieren

Erstmals ist in Teheran ein Marathon organisiert worden, doch blieben Frauen von dem Lauf durch die Straßen der iranischen Hauptstadt ausgeschlossen. Mehrere hundert Sportler, darunter dutzende Ausländer, beteiligten sich am Freitag an dem 42-Kilometer-Lauf durch die Metropole. Frauen durften sich lediglich an einem Zehn-Kilometer-Lauf im Asadi-Stadion und damit fernab der Blicke von Männern beteiligen. Viele Läuferinnen waren enttäuscht und überrascht.

Sportminister Massud Solanifar beteuerte, ein Marathon mit Teilnehmern beiderlei Geschlechts sei niemals geplant gewesen. Die 34-jährige Nasim hatte dies wie viele andere Frauen allerdings anders verstanden. "Ich hatte mich angemeldet", sagte die Architektin. "Ich dachte, dass der Marathon gemischt sein würde, doch anschließend sah ich, dass sie die Strecken getrennt haben." Ein Lauf im Stadion sei jedoch "kein Marathon" mehr.

Die 29-jährige Schima findet die Entscheidung weniger überraschend. In der Islamischen Republik sind professionelle Sportveranstaltungen strikt nach Geschlechtern getrennt. Frauen dürfen nicht einmal ins Stadion zu Wettkämpfen von Männern, was immer wieder zu Protesten führt. Allerdings ist Männern und Frauen nicht verboten, gemeinsam zu laufen, und viele joggen zusammen in Parks.

Trotz der Geschlechtertrennung bei den Sportlern feuerten zahlreiche Frauen und Mädchen am Freitag die Marathon-Teilnehmer entlang der Strecke durch die Teheraner Innenstadt an. Auch mehrere dutzend Holländer, Franzosen und andere Ausländer nahmen an dem Lauf teil. Der 22-jährige Franzose Thomas hielt ihn für einen ersten Marathon für "sehr gelungen" - trotz der Geschlechtertrennung.

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