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Erster Stierkampf nach Verbotsverfahren in Mexiko-Stadt

Demonstranten gingen am 28. Januar 2024 in Mexiko-Stadt auf die Straße. Mit Tiermasken und Kunstblut beschmiert prangerten sie Tierquälerei an. (Rodrigo Oropeza)
Demonstranten gingen am 28. Januar 2024 in Mexiko-Stadt auf die Straße. Mit Tiermasken und Kunstblut beschmiert prangerten sie Tierquälerei an. (Rodrigo Oropeza)

Nach einem vorübergehenden Verbot von Stierkämpfen hat in Mexiko-Stadt wieder der erste große Kampf stattgefunden. Mehr als 41.000 Zuschauer verfolgten am Sonntag (Ortszeit) das Spektakel, während vor dem Stadion Demonstranten eine endgültige Abschaffung der Stierkämpfe forderten. Der Oberste Gerichtshof hatte vergangenen Monat ein Urteil zum Verbot der traditionsreichen Kämpfe gekippt.

Im Sand der weltweit größten Stierkampfarena "Plaza del Toro" in Mexiko-Stadt standen die Worte "Freiheit. Stiere - lebendige Kultur" zu lesen. Der Stierkämpfer Joselito Adame, ein Star in Mexiko, tötete an diesem symbolträchtigen Abend den Stier nach einem stundenlangen Kampf.

Draußen vor dem Stadion demonstrierten währenddessen Tierschützer gegen die Veranstaltung. Manche trugen Stiermasken und waren mit Kunstblut beschmiert. Auf ihren Plakaten standen Slogans wie: "Folter ist weder Kunst noch Kultur".

Die 62-jährige Gabriela Martínez sagte bei der Demonstration unter Tränen zu AFP: "Es ist wichtig, hier zu sein, weil sie mit ihrer Grausamkeit, ihrer Tierquälerei, ihrem Massaker weitermachen werden. Es darf aber nicht weitergehen, das müssen wir ihnen klar machen."

Im Juni 2022 hatte ein mexikanisches Gericht nach einer Klage von Tierschützern das Ende der Stierkämpfe angeordnet. Im Dezember 2023 kippte der Oberste Gerichtshof Mexikos das Urteil, ohne jedoch eine grundlegende Entscheidung zu fällen. Staatschef Andrés Manuel López Obrador schlug daher ein Referendum zur Zukunft der Stierkämpfe in Mexiko-Stadt vor.

In vier der 32 Provinzen Mexikos dürfen Stierkämpfe bereits nicht mehr stattfinden. Laut Schätzungen von 2018 sind in Mexiko 83.000 Menschen an der Organisation von Stierkämpfen beteiligt, die Branche setzt demnach umgerechnet rund 380 Millionen Euro um.

In Spanien und Portugal, wo der Ursprung des Stierkampfs liegt, wird das Spektakel während der Sommermonate weiter gepflegt. Auch im Süden Frankreichs ist es erlaubt.

Ob es legitim ist, Tiere bei einem qualvollen Showkampf zu töten, wird sowohl in Europa als auch in Lateinamerika diskutiert. In Kolumbien und Ecuador ist der Stierkampf verboten. In Venezuela wurde nur ein Teil der regelmäßigen Stierkämpfe abgeschafft, während in Peru ein Gerichtsverfahren zum Verbot der Kämpfe scheiterte.

lky/yb