Erstes Flüssiggas aus den USA kommt in Wilhelmshaven an

Am neuen LNG-Terminal in Wilhelmshaven ist das erste Erdgas aus den USA angekommen. Der mit US-Gas beladene LNG-Tanker "Maria Energy" traf am Dienstag dort ein, wie ein Sprecher der Betreiberfirma Uniper der Nachrichtenagentur AFP sagte. Das Flüssiggas wird nun auf das Spezialschiff "Höegh Esperanza" verladen. Dieses macht das LNG wieder gasförmig und speist es dann ins deutsche Gasnetz ein.

Das schwimmende LNG-Importterminal in Wilhelmshaven war im Dezember als erste von mehreren derartigen Anlagen eröffnet worden. Die Bundesregierung treibt im Zuge des Ukraine-Kriegs und der ausbleibenden russischen Gaslieferungen den Aufbau von Infrastruktur für den Import von Flüssiggas voran. Vier weitere schwimmende Anlandestationen sind in Vorbereitung. Ein privatwirtschaftliches Projekt in Lubmin hat ebenfalls bereits den Betrieb aufgenommen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierte den Import von Gas aus den USA scharf, da es dort unter Einsatz der umstrittenen Fracking-Technologie gefördert wird. Die Anlandung des ersten Fracking-Gases in Deutschland sei "ein historischer Tiefschlag für Klima- und Naturschutz", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner am Dienstag. "Neben hohen klimaschädlichen Methan-Emissionen verbraucht die Fracking-Technik mehrere Millionen Liter Wasser pro Bohrung und kann Erdbeben auslösen."

pe/ilo