Vor dem ESC 2022: Wirbel um deutsche Jury-Besetzung

Bei der Bekanntgabe der deutschen Jury des Eurovision Song Contest war Felicia Lu (oben links) noch dabei. Inzwischen wurde sie ausgeschlossen. Christian Brost (von links), Michelle, Max Giesinger und Tokunbo hingegen bleiben erhalten.  (Bild: NDR / Montage: Felix Werinos / Sebastian Reimold / Anelia Janeva / Christoph Köstlin / Anne de Wolff (S2))
Bei der Bekanntgabe der deutschen Jury des Eurovision Song Contest war Felicia Lu (oben links) noch dabei. Inzwischen wurde sie ausgeschlossen. Christian Brost (von links), Michelle, Max Giesinger und Tokunbo hingegen bleiben erhalten. (Bild: NDR / Montage: Felix Werinos / Sebastian Reimold / Anelia Janeva / Christoph Köstlin / Anne de Wolff (S2))

Wenige Stunden nach der Bekanntgabe der deutschen Jury beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) in Turin gibt es noch einmal eine Änderung: Die Sängerin und YouTuberin Felicia Lu wird wegen eines Regelverstoßes nicht mehr teilnehmen dürfen.

Es ist eine überraschende Wendung für deutsche Fans des Eurovision Song Contests (ESC) 2022 in Turin: Die Sängerin und YouTuberin Felicia Lu wird nun doch nicht in der deutschen Jury die Punkte vergeben. Dies teilte der NDR am Montagabend mit. Grund für den Ausschluss ist ein Verstoß der Regeln der European Broadcasting Union (EBU). Bereits Ende März hatte die 26-jährige Sängerin ihre persönlichen Favoriten des diesjährigen Wettbewerbs in einem Social-Media-Video veröffentlicht. Dies jedoch ist den Jury-Mitgliedern laut der EBU-Regeln untersagt. Die entsprechende Vereinbarung hatte Felicia Lu im April unterzeichnet.

Felicia Lu äußerte sich inzwischen in ihrer Instagram-Story zu dem Fall: "Es ist wirklich erschütternd, ich bin sehr, sehr traurig", sagte die gebürtige Salzburgerin auf Englisch. Zwar könne sie die Entscheidung verstehen, dennoch sah sich die Sängerin auch zu einer Klarstellung gezwungen: Zu dem Zeitpunkt, an welchem sie das strittige Video aufgezeichnet hat, habe sie noch gar nichts von ihrem Jury-Job gewusst, erklärt sie. Andernfalls hätte sie natürlich keine persönlichen Favoriten benannt. Eine entsprechende Nachbesetzung will der NDR in Kürze bekannt geben.

Michelle wird Jury-Präsidentin

Die übrigen vier Jury-Mitglieder bleiben derweil unverändert: Schlagerpop-Ikone Michelle, die 2001 mit "Wer Liebe lebt" den achten Platz beim ESC in Kopenhagen belegte, wird die Jury-Präsidentin. Weitere Jury-Mitglieder sind der Singer-Songwriter Max Giesinger ("80 Millionen"), die Singer-Songwriterin Tokunbo und der Musikredakteur Christian Brost. "Für mich ist es eine riesengroße Ehre, in der diesjährigen ESC-Jury zu sitzen", sagte Max Giesinger zu seinem Engagement: "Schon als Kind fand ich die Show und die Vielfalt der ganzen Künstlerinnen und Künstler mega! Selten war es wichtiger, diese Vielfalt und den gleichzeitigen Zusammenhalt in Europa zu fördern, als in diesen Tagen. Und wer könnte das besser als der ESC!?"

Die Jury wird 50 Prozent der deutschen ESC-Punkte vergeben. Die zweite Hälfte stammt von dem Zuschauervoting. Zur Abstimmung kommen die Deutschen dieses Jahr zweimal: Einmal beim zweiten Halbfinale am Donnerstag, 12. Mai, welches ONE um 21 Uhr überträgt. Und schließlich beim großen Finale am Samstag, 14. Mai, ab 21 Uhr im Ersten. Das finale Ergebnis wird von Barbara Schönebeger live verkündet. Sie moderiert auch den "ESC - Countdown für Turin" um 20.15 Uhr im Ersten und die "ESC - Aftershow" um 00.50 Uhr im Ersten.

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