ESC-Finale in Turin: "Vereinte Menschen bedeuten Frieden"

Der Eurovision Song Contest bringt einmal im Jahr Musikfans aus ganz Europa sowie Australien zusammen. In diesem Jahr steht die bunte Party im Schatten des Ukraine-Krieges. Ein klarer Favorit steht schon fest. Vertreter aus 25 Ländern sind an diesem Samstag ab 21.00 Uhr beim Finale des Eurovision Song Contests (ESC) dabei. Die 66. Ausgabe des Grand-Prix wird im norditalienischen Turin ausgetragen, nachdem die italienische Band Måneskin im vergangenen Jahr in Rotterdam mit ihrem Rocklied "Zitti e buoni" den Sieg errang.

Der Krieg in der Ukraine überschattet in diesem Jahr den Musikwettbewerb - bei dem Politik eigentlich keinen Platz haben soll, so wie sich das die Organisatoren vor über 60 Jahren einmal ausdachten.

Bei den Buchmachern steht der ukrainische Beitrag "Stefania" des Kalush Orchestras seit Wochen als klarer Favorit auf Platz eins. Das Lied ist eine Mischung aus Rap und ukrainischer Volksmusik.

Presse aus der Ukraine ist auch angereist. Journalistin Irina Shafinska sagt: "Wir wollen der Welt zeigen, dass wir doch ganz normale Menschen sind. Wir wollen den Wettbewerb genießen. Wir sind wie alle anderen, aber Russland bombardiert unsere Städte und das kann jedem passieren." Und ihr Kollege Vitalii Lirnyk meint: "Wir danken Europa für die Unterstützung der Ukraine. Es bedeutet uns viel, beim Eurovision Song Contest dabei zu sein. Das ist für uns eine Brücke zurück zu unserem normalen Leben, bevor der Krieg begann."

Für die oberen Ränge werden auch die Beiträge aus Schweden (Cornelia Jakobs mit "Hold Me Closer"), Italien (Mahmood und Blanco mit "Brividi") und Spanien (Chanel mit "SloMo") gehandelt.

In diesem Jahr bietet der ESC für Musikfans nicht nur knallige Bühnenshows und glitzernde Kostüme, sondern auch alles vom 80er-Technolied über einen Country-Song bis zu allen Arten von Popsongs und Balladen.

Am Ende entscheiden das Publikum und die Jury über die Platzierungen. Neben den Juroren können auch die Zuschauer zu Hause abstimmen. Sie dürfen nur nicht für ihr eigenes Land votieren.

Durch den Abend führt ein Moderatoren-Trio bestehend aus der italienischen Grammy-Gewinnerin und Sängerin Laura Pausini, dem britischen Sänger Mika ("Grace Kelly") und Fernsehmoderator Alessandro Cattelan. Sie werden auch in der Show mit Tanz- und Musikeinlagen auftreten, ebenso wie Måneskin, die in einem Gastauftritt ihren neuen Song "Supermodel" spielen werden.

Für Pausini ist der ESC die erste Show als Moderatorin auf einer Bühne mit Publikum seit der Corona-Pandemie, wie sie am Freitag sagte. Sie wolle eine Botschaft des Friedens aussenden. "Vereinte Menschen bedeuten auch Frieden", erklärte sie.

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