ESC-Jury-Voting: Zweites Halbfinale offenbart "beispiellose Unregelmäßigkeit"

Kalush Orchestra aus der Ukraine gingen beim Eurovision Song Contest 2022 als Sieger hervor. Bei der Jury-Wertung im zweiten Halbfinale ist es allerdings zu Unregelmäßigkeiten gekommen. (Bild: 2022 Getty Images/Giorgio Perottino)
Kalush Orchestra aus der Ukraine gingen beim Eurovision Song Contest 2022 als Sieger hervor. Bei der Jury-Wertung im zweiten Halbfinale ist es allerdings zu Unregelmäßigkeiten gekommen. (Bild: 2022 Getty Images/Giorgio Perottino)

Nachdem die European Broadcasting Union "Auffälligkeiten" beim Jury-Voting des zweiten ESC-Halbfinals nachging, steht der Verdacht im Raum, sechs Länder hätten sich gegenseitig bei der Punktevergabe bevorzugt.

Schiebung im ESC-Halbfinale in Turin? Keine Berücksichtigung qualitativer Maßstäbe? Die European Broadcasting Union (EBU) bezeichnet die Geschehnisse als "beispiellose Unregelmäßigkeit": In den zurückliegenden Tagen beschäftigte sich die EBU mit "Auffälligkeiten" beim Jury-Voting im zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contests. Die Länder Aserbaidschan, Georgien, Montenegro, Polen, Rumänien und San Marino werden verdächtigt, sich gegenseitig Punkte zugeschoben zu haben.

Der Großteil der Länder schnitt bei den 15 Jurys anderer Nationen nicht sonderlich gut ab: Fünf der sechs betroffenen Länder schafften es nicht unter die jeweiligen Top 7. Allerdings fiel die Bewertung untereinander ungleich besser aus: Vier von sechs betroffenen Jurys sahen die jeweils fünf anderen sogar unter den Top 5.

Eine der genannten Jurys wählte fünf andere Länder unter die besten sechs, ein letztes sah vier Beiträge ganz vorne und platzierte einen weiteren Song auf dem siebten Rang. Damit nicht genug: Vier von sechs verdächtigten Jurys vergaben an eines der anderen betroffenen Länder die Höchstpunktzahl 12.

"Jeder Verstoß gegen die Regeln wird sehr ernst genommen"

Eingebracht wurden die Votings schließlich nicht, die EBU machte von ihrem Recht Gebrauch, sie komplett zu streichen und die Jurys der betroffenen Nationen zu disqualifizieren. Stattdessen wurde ein Verfahren angewandt, das auf Basis anderer Länder mit ähnlichen Voting-Ergebnissen in der Vergangenheit ein Ergebnis berechnete. Das finale Ergebnis aller 40 teilnehmenden Länder wurde durch die EBU bestätigt.

"Die Integrität der Abstimmung, sowohl der nationalen Jurys in jedem Land als auch der Zuschauer, die per Telefon oder SMS abstimmen, ist für den Erfolg der Show von entscheidender Bedeutung", stellte die EBU in einem Statement heraus. Es sei die Pflicht der EBU gegenüber allen Beteiligten, "sicherzustellen, dass wir am Ende jeder Live-Show ein gültiges Ergebnis liefern können. Jeder Verstoß gegen die Regeln wird daher sehr ernst genommen."

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