Mindestens 25 Tote durch Hurrikan "Iota" in Mittelamerika

Carlos Mario MARQUEZ
·Lesedauer: 2 Min.
Mindestens 25 Tote durch Hurrikan "Iota" in Mittelamerika
Mindestens 25 Tote durch Hurrikan "Iota" in Mittelamerika

Durch den Hurrikan "Iota" sind in Mittelamerika mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. In Nicaragua meldeten die Behörden am Mittwoch 16 Opfer: Drei Menschen ertranken bei Überschwemmungen, drei weitere starben beim Einsturz eines Hauses und fünf wurden bei einem Erdrutsch verschüttet. Auch aus Panama, El Salvador und von einem kolumbianischen Archipel wurden Todesfälle gemeldet.

Nur zwei Wochen nach dem verheerenden Wirbelsturm "Eta" hatte "Iota" als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 am Montagabend die Küste Nicaraguas erreicht. Nach Behördenangaben traf "Iota" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern südlich von Bilwi auf Land. Danach wurde der Sturm von Kategorie 5 auf Kategorie 4 der Hurrikan-Skala zurückgestuft und schwächte sich landeinwärts weiter zu einem Tropensturm ab.

Die Behörden hatten vor Eintreffen des Sturms tausende Menschen aus den Küstengebieten Nicaraguas und Honduras in Sicherheit gebracht. Nach Angaben des Telekommunikationsanbieters Telcor fiel in der Gegend der Strom aus. Bäume wurden entwurzelt, Dächer von Häusern gerissen. Unter den Todesopfern in Nicaragua waren zwei Kinder. Sie starben beim Versuch, einen Fluss zu durchschwimmen.

Rund um San Pedro Sula, der zweitgrößten Stadt von Honduras, wurden zehntausende Menschen mit Booten und Hubschraubern abgeholt. Die Behörden warnten vor anhaltend starken Regenfällen, nachdem die Region erst vor zwei Wochen von Tropensturm "Eta" heimgesucht worden war.

In der nicaraguanischen Stadt Bilwi richtete der Sturm nach Angaben eines Behördenvertreters schwere Schäden an. Er habe es geschafft, alles zu zerstören, "was 'Eta' stehen gelassen hat", sagte Yamil Zapata örtlichen Medien am Mittwoch. "Der Schaden ist wirklich beträchtlich." Am Mittwoch begannen in der 40.000-Einwohner-Stadt die ersten Aufräumarbeiten.

"Es gibt nichts mehr. Der Hurrikan hat alle Häuser an der Küste mitgerissen", erzählte Esteban Moore, der selbst sein Haus verloren hat, der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der nicaraguanischen Behörden sind mehr als 110.000 Häuser vom Strom abgeschnitten, mehr als 47.000 haben kein fließendes Wasser mehr.

Auf der winzigen kolumbianischen Karibik-Insel Providencia deckte "Iota" das Dach des Krankenhauses teilweise ab. Bei mehr als 6000 Bewohnern sei der Strom ausgefallen, sagte Insel-Polizeichef John Fredy Sepulveda.

Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums NHC ist noch bis Donnerstag aufgrund der starken Regenfälle mit Überschwemmungen und Sturzfluten in Mittelamerika zu rechnen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) war "Iota" der erste Hurrikan der höchsten Kategorie 5 "in dieser Rekordsaison" mit bereits 13 Hurrikans im Atlantik. "Iota" folgt der Route des Wirbelsturms "Eta", durch den vor zwei Wochen mehr als 200 Menschen in Zentralamerika ums Leben gekommen waren.

Hunderttausende Menschen wurden obdachlos, an der Infrastruktur entstanden schwere Schäden. "Iota" mit seinen starken Regenfällen trifft somit auf bereits aufgeweichte Böden und könnte noch mehr Überschwemmungen und Erdrutsche verursachen. Wissenschaftler führen es insbesondere auf den Klimawandel zurück, dass die Stürme an Häufigkeit und Heftigkeit zunehmen.

noe/isd