Ethikratsvorsitzende Buyx befürwortet Sanktionen gegen Impf-Vordrängler

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Alena Buyx bei einer Pressekonferenz im Dezember (Bild: Christian Marquardt/Pool/Getty Images)
Alena Buyx bei einer Pressekonferenz im Dezember (Bild: Christian Marquardt/Pool/Getty Images)

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, befürwortet Sanktionen gegen Impf-Vordrängler. Verstöße gegen die rechtlich festgelegte Reihenfolge beim Impfen gegen das Coronavirus zerstörten "das Vertrauen in das ganze Vorgehen", sagte Buyx der Sendung "ZDF heute" am Sonntag.

"Die Priorisierung ist ja keine Bitte. Die Impfverordnung ist geltendes Recht in den Ländern", betonte sie. "Und wenn die eklatant verletzt wird, ist es eine gute Idee, auch über Sanktionen nachzudenken."

Buyx forderte zugleich einen Mechanismus, der den Umgang mit übrig gebliebenen Impfdosen regelt. Es dürfe keine Impfdosis verschenkt werden. "Aber es muss wirklich auch nachgewiesen werden können, dass man sich sehr bemüht hat, das innerhalb der Priorisierungsgruppen zu machen." 

Häufung von Fällen

Für denkbar hält die Ethikratsvorsitzende eine "Telefonkaskaden-Liste", auf der Einrichtungen stehen wie Polizei oder die Feuerwehr. Diese könnten dann angerufen und kurzfristig übriggebliebene Dosen verimpft werden.

Zuletzt hatten sich Fälle gehäuft, bei denen Menschen geimpft wurden, die laut der Priorisierungsliste noch gar nicht an der Reihe waren. Dazu zählen Landräte, Bürgermeister, ein Bischof oder Polizisten. Als Grund wurde unter anderem angegeben, der Impfstoff sei übrig gewesen oder es habe sich um einen Testlauf gehandelt.

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