EU-Kommission versichert: Wir wollen den Meisterbrief nicht antasten

Die EU-Kommission hat versichert, den deutschen Meisterbrief nicht abschaffen zu wollen. "Der Meisterbrief und das duale Ausbildungssystem werden nicht angetastet", sagte EU-Kommissionsvize Jyrki Katainen dem "Handelsblatt". In der Frage habe es "Missverständnisse" gegeben.

Die EU-Kommission hatte im Januar ein Maßnahmenpaket zur Dienstleistungsfreiheit vorgestellt. Aus der Bundesregierung und vom deutschen Handwerk kam daraufhin der Vorwurf, die Brüsseler Behörde wolle den Meisterbrief infrage stellen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte in der vergangenen Woche gesagt, es gebe einen "harten Kampf" mit der Europäischen Kommission auszufechten. "Denn wir haben wieder eine Richtlinie bekommen, die unter der Maßgabe 'Freifahrt und keine Barrieren für Dienstleistungen' ganz klar darauf ausgerichtet ist, dass Verkammerung, Meisterbrief, Qualitätssicherung und duale Ausbildung sozusagen nicht gewünscht sind, weil sie irgendwie den Wettbewerb verzerren würden", sagte sie.

Katainen lobte ausdrücklich die duale Berufsausbildung in Deutschland. "Sie funktioniert sehr gut und führt dazu, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland sehr niedrig ist. Es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern", sagte der EU-Kommissar aus Finnland. Die EU-Kommission wolle an den deutschen Zulassungsregeln für Handwerksberufe nicht rütteln. "In Deutschland geäußerte Sorgen darüber sind nicht gerechtfertigt."

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen