EU nimmt Belize von schwarzer Liste mit Steueroasen

Die EU hat den zentralamerikanischen Kleinstaat Belize von ihrer schwarzen Liste mit Steueroasen genommen. Das Land habe die nötigen Reformen in seinem Steuersystem umgesetzt, erklärte der EU-Rat der Mitgliedstaaten am Freitag. Belize, dessen Landesmotto "Ich blühe im Schatten" lautet, bleibt aber unter Beobachtung. Es befindet sich nun auf der sogenannten grauen Liste der EU und muss alle gemachten Zusagen über längere Zeit erfüllen, um auch dort gestrichen zu werden.

Die EU hatte Ende 2017 ihre Gangart gegen Steuerparadiese nach Enthüllungen wie den Panama-Papers über weit verbreitete Praktiken von Steuerflucht und -hinterziehung verschärft. Damals wurden die schwarze und die graue Liste gemeinsam eingeführt.

Nach der Entscheidung zu Belize stehen noch acht Länder auf der schwarzen Liste der EU: die Amerikanischen Jungferninseln, Amerikanisch-Samoa, Fidschi, Guam, Oman, Samoa, Trinidad und Tobago sowie Vanuatu. Mit dem Beschluss vom Freitag ließen die EU-Staaten zudem Nordmazedonien endgültig vom Haken. Das Land stand bisher noch auf der grauen Liste.

Die Europäer setzen mit ihren Listen auf eine Prangerwirkung und versuchen gleichzeitig, die Länder und Gebiete durch politischen Druck zur Änderung ihrer Steuergesetzgebung zu bewegen. Sanktionen gegen Länder auf der schwarzen Liste sind nur in beschränktem Umfang möglich.