EU-Parlament darf Corona-Impfstoff-Liefervertrag mit Curevac einsehen

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Eine Dosis des bislang nicht zugelassenen Curevac-Impfstoffes

Das EU-Parlament bekommt Einsicht in den mit dem Tübinger Pharmaunternehmen Curevac ausgehandelten Liefervertrag für dessen Corona-Impfstoff. Der Vertrag werde den Europa-Abgeordneten ab Dienstag zugänglich gemacht, erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die EU-Kommission hat im Namen der Mitgliedstaaten Lieferverträge mit den Herstellern Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca, Curevac, Johnson & Johnson und Sanofi abgeschlossen. Vertragsdetails wie die Preise der einzelnen Vakzine und Fragen der Haftung bei Nebenwirkungen machte Brüssel unter Verweis auf Vertraulichkeitsklauseln nicht publik. Aus dem EU-Parlament kam daran zuletzt scharfe Kritik.

Sie habe mit den Impfstoffherstellern gesprochen, "um so viele Informationen wie möglich öffentlich zugänglich zu machen", erklärte Kyriakides nun. Sie hoffe, dass weitere Unternehmen dem Beispiel von Curevac folgen und die Vertraulichkeitsklauseln lockern würden.

Bei Curevac hat die EU 405 Millionen Impfdosen geordert. Das Mittel ist allerdings noch nicht zugelassen. Es befindet sich momentan in der entscheidenden dritten Studienphase mit zehntausenden Probanden.

EU-Zulassungen erhielten bislang das Vakzin des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sowie vergangene Woche das Mittel des US-Konzerns Moderna. Der Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca könnte in den nächsten Wochen folgen. Bei den anderen Herstellern ist eine Zulassung wohl eher eine Frage von Monaten.

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