EU-Parlament stimmt für Ende des Verbrennungsmotors

Ein Ende des Verbrennungsmotors für Privat-Pkw ist wahrscheinlicher geworden. Das EU-Parlament stimmte am Mittwoch in Straßburg dafür, ab 2035 nur noch Privat-Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ohne Diesel- oder Benzinantrieb neu zuzulassen. Diesen Vorschlag hatte die EU-Kommission vergangenes Jahr als Teil des angestrebten Klimapakets "Fit for 55" gemacht. Damit sollen bis 2035 die Emissionen dieser Fahrzeugtypen um 100 Prozent reduziert werden.

Nach geltenden EU-Vorgaben darf die Neuwagenflotte eines Konzerns seit 2020 im Schnitt noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Die Abgeordneten sprachen sich nun dafür aus, ab 2035 nur noch Neuwagen zuzulassen, die gar keine Treibhausgase ausstoßen. Ziel ist eine starke Umstellung auf Elektromobilität.

Abgeordnete der konservativen EVP-Fraktion wollten mit Änderungsanträgen erreichen, die Flottengrenzwerte für Privat-Pkw und kleine Nutzfahrzeuge bis 2035 nur um 90 Prozent zu senken. Dies wurde jedoch vom Plenum abgelehnt. Die Grünen im EU-Parlament hätten gerne ein Zwischenziel von einer Reduzierung um 40 Prozent bis 2027 eingefügt.

"Jetzt ist klar, dass die Zukunft in der Elektromobilität liegt", erklärte der Grünen-Europaabgeordnete Michael Bloss, der das Ergebnis begrüßte. Umweltorganisationen wie der Deutsche Naturschutzring, Greenpeace und Germanwatch hatten dagegen ein früheres Aus für den Verbrennungsmotor bis 2030 gefordert.

Mit den Abstimmungen zu Teilen des Klimapakets "Fit for 55" legte das EU-Parlament seine Position für die Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten fest. Die Abgeordneten hatten zuvor andere Teile des Klimapakets zur Ausweitung des europäischen Emissionshandels (ETS) auf Verkehr und Gebäude sowie die Einführung einer CO2-Grenzausgabe für Importe bestimmter Güter abgelehnt.

mbn/mid

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