EU-Ratspräsident Michel: Israelischer Evakuierungsaufruf für Rafah "inakzeptabel"

EU-Ratspräsident Charles Michel hat die von Israel angeordnete Evakuierung der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen als "inakzeptabel" bezeichnet und Israel aufgefordert, von einer Bodenoperation in Rafah abzusehen. (Issouf SANOGO)
EU-Ratspräsident Charles Michel hat die von Israel angeordnete Evakuierung der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen als "inakzeptabel" bezeichnet und Israel aufgefordert, von einer Bodenoperation in Rafah abzusehen. (Issouf SANOGO)

EU-Ratspräsident Charles Michel hat die von Israel angeordnete Evakuierung der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen als "inakzeptabel" bezeichnet. "Die Evakuierungsbefehle für die in Rafah eingeschlossenen Zivilisten in unsichere Zonen sind inakzeptabel", erklärte Michel am Samstag im Onlinedienst X. "Wir rufen die israelische Regierung auf, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren und fordern sie auf, keine Bodenoperation in Rafah durchzuführen", fügte er hinzu.

Die israelische Armee hatte am Montag die Bewohner von Ost-Rafah zum Verlassen des Gebiets aufgefordert. Israel hält ungeachtet internationaler Kritik an einem Militäreinsatz in Rafah fest, das es als die letzte Bastion der radikalislamischen Hamas bezeichnet.

In der Grenzstadt zu Ägypten haben mehr als eine Million Menschen Zuflucht vor den Kämpfen gesucht. Seit Montag sind nach Angaben der israelischen Armee 300.000 Menschen in Rafah der Aufforderung gefolgt, die Stadt in Richtung einer "humanitären Zone" zu verlassen.

Michel forderte zudem, die Grenzübergänge müssten "voll funktionsfähig sein, damit die lebenswichtige humanitäre Hilfe inmitten der grassierenden Hungersnot" die Menschen erreichen kann. Außerdem rief der EU-Ratspräsident dazu auf, die Bemühungen mit Ziel eines dauerhaften Waffenstillstands fortzusetzen.

kbh