EU-Staaten weiten Suche nach Mutationen des Coronavirus aus

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Illustration Coronavirus

Die EU-Staaten wollen die Suche nach Mutationen des Coronavirus ausweiten. Dies teilte die portugiesische Gesundheitsministerin Marta Temido am Mittwoch nach einer Video-Konferenz mit ihren EU-Kollegen mit. Demnach rief die EU-Seuchenbekämpfungsbehörde ECDC "alle Mitgliedstaaten auf, die Entwicklung zu überwachen" und die Entdeckung veränderter Viren an die EU zu melden. Die EU-Kommission bot den Regierungen praktische und finanzielle Hilfe an.

In den vergangenen Wochen waren mehrere Mutationen des Coronavirus bekannt geworden. Mitte Dezember hatte Großbritannien erstmals über eine Mutation berichtet, die laut Weltgesundheitsorganisation WHO eine "höhere Übertragbarkeit" aufweist. Kurz darauf wurde auch eine Variante aus Südafrika bekannt. Auch bei ihr hält die WHO eine schnellere Verbreitung für möglich. Beide Mutationen sind inzwischen auch in Deutschland aufgetreten.

Die neuen Varianten hätten "bereits erhebliche Auswirkungen in einer Reihe von europäischen Ländern", sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides nach einer Video-Konferenz mit den Ministern der Mitgliedstaaten. Die EU-Länder dürften "nicht in Selbstgefälligkeit" verfallen und die Lage "aus dem Ruder laufen lassen". Die EU sei bereit, die Mitgliedstaaten bei "der genomischen Sequenzierung von Proben zu unterstützen - mit Fachwissen, Infrastruktur oder Geld".

In Deutschland wurde vor Auftreten der neuen Varianten bei Corona-Tests nur selten auf Mutationen geprüft. Bis Jahresende wurde im Schnitt nur jeder 900. positive Corona-Test einer solchen Analyse unterzogen. In Großbritannien wurde dagegen bei jedem 20. Ergebnis auch eine Sequenzierung des Erbgutes des Virus vorgenommen. Deshalb gibt es dort genauere Daten zum Ausmaß der Verbreitung.

Kyriakides rief die Mitgliedstaaten erneut auf, bei der Beschaffung von Impfstoff nicht von der Vereinbarung abzuweichen, diesen gemeinsam über die EU zu beschaffen. Sonst drohe die Wirksamkeit der EU-Strategie "untergraben" zu werden, sagte sie.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Freitag Deutschland kritisiert, weil sich die Bundesregierung nach eigenen Angaben neben der Beschaffung über die EU nochmals national 30 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech und Pfizer gesichert hatte. Von der Leyen zufolge verstoßen solche "Parallelverträge" gegen die in der EU "rechtlich bindend" getroffene Vereinbarung zum gemeinsamen Einkauf.

mt/pe/jes

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