Evangelische Kirche und CDU-Generalsekretär auf Liste zur Wahl des "Sprachpanschers" des Jahres

Peter Tauber

Bei der Wahl zum "Sprachpanscher" des Jahres 2017 steht die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ganz oben auf der Kandidatenliste. Das teilte der Verein Deutsche Sprache (VDS) am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit. Auf der Kandidatenlisten stehen unter anderem auch die Fluggesellschaft Air Berlin, CDU-Generalsekretär Peter Tauber und Schleswig-Holsteins Landeswahlleiter.

Die EKD habe im Lutherjahr das sprachschöpferische Erbe ihres Gründers mit "godspots", kostenlosem WLAN in vielen Kirchen, lächerlich gemacht, erklärte der Verein. Zudem seien zum evangelischen Kirchentag klassische Liedtexte unter anderem genderneutral verändert worden. Air Berlin wiederum landete auf der Kandidatenliste, weil die Fluggesellschaft ihre Außendarstellung auch in Deutschland fast ausschließlich auf Englisch vornehme.

Bereits vor zwei Monaten hatte der Verein eine Wahlbenachrichtigung in sogenannter leichter Sprache zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein kritisiert und den Verantwortlichen "grobe Eingriffe" in Rechtschreibung und Grammatik vorgeworfen. CDU-Generalsekretär Tauber wiederum geriet wegen einer Veranstaltung zur digitalen Transformation im Mai und der in diesem Zusammenhang verwendeten Begriffe wie Innvation-Pitch, Working-Spaces und eSports ins Visier der Sprachfreunde.

Der VDS, nach eigenen Angaben Deutschlands größter Sprach- und Kulturverein, setzt sich für die Förderung und den Erhalt der deutschen Sprache ein und kämpft unter anderem gegen die übermäßige Verwendung von Anglizismen. Seit 1998 vergibt der Verein jährlich den Negativpreis "Sprachpanscher" an Firmen, Institutionen oder Personen. 2016 ging der Preis an ZDF-Intendant Thomas Bellut. Abgestimmt werden kann in diesem Jahr bis zum 25. August.

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