Evangelische Landeskirche Sachsen wählt Tobias Bilz zum neuen Bischof

Silhouette von Dresden

Die evangelische Landeskirche Sachsen hat einen neuen Bischof gewählt. Auf einer Sondertagung am Samstag in Dresden erhielt der sächsische Oberlandeskirchenrat Tobias Bilz im dritten Wahlgang mit 48 Stimmen die nötige Mehrheit, wie die Landeskirche mitteilte. Die Wahl war notwendig geworden, weil der frühere Bischof Carsten Rentzing nach Bekanntwerden "demokratiefeindlicher" Texte auf sein Amt verzichtet hatte.

Neben Bilz hatten sich die Plauener Superintendentin Ulrike Weyer und der Meißner Superintendent Andreas Beuchel für das Amt beworben. Nach seiner Wahl dankte Bilz der Landessynode für das "große Vertrauen". Er sehe dies als Zeichen, "dass wir zusammen stehen werden als Kirche", fügte er hinzu. "Aber Vertrauen muss auch weiter wachsen."

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Hannovers Landesbischof Ralf Meister, gratulierte Bilz zu seiner Wahl. Dieser bringe "vieles mit, um die Kirche als Weggemeinschaft, Ermutigungsgemeinschaft und Suchgemeinschaft mitzugestalten: pfarramtliche Praxis aus der Kirchengemeinde, Leitungserfahrung und eine gute Kenntnis landeskirchlicher Themen und Strukturen".

Auch der Vorsitzende der Linksfraktion im sächsischen Landtag, Rico Gebhardt, gratulierte Bilz. "Wir hoffen auf einen guten Dialog mit dem neuen Oberhaupt der Evangelischen Landeskirche Sachsen und sind gesprächsbereit", erklärte er am Sonntag.

Obwohl Glauben Privatsache und die sächsische Bevölkerung mehrheitlich nicht konfessionsgebunden sei, seien die Kirchen "wichtige Akteure im Bemühen um gesellschaftlichen Frieden, Verständigung und soziale Gerechtigkeit", erklärte der Linken-Politiker. Sie müssten "menschenverachtendem Denken weiterhin eine klare Absage erteilen und darin glaubwürdig bleiben", forderte er. Er sei "zuversichtlich, dass ihr das mit der neuen Führung gelingt".

Die Wahl eines neuen Landesbischofs in Sachsen war notwendig geworden, weil der frühere Bischof Rentzing im Oktober auf sein Amt verzichtet hatte. Zuvor war bekannt geworden, dass Rentzing als Student rechtsradikale Texte verfasst hatte. Die Kirchenleitung bezeichnete die Schriften "als elitär, in Teilen nationalistisch und demokratiefeindlich". Rentzing war seit 2015 Landesbischof.