Evet oder Hayir — Türken stimmen über mehr Macht für Erdogan ab

Gulsen Solaker, Sabine Ehrhardt
GettyImages 179564815 Recep Tayyip Erdogan

Die Türkei ist gespalten.

Kurz vor dem Referendum am Sonntag sagen Umfragen einen minimalen Vorsprung für die Befürworter einer Verfassungsänderung voraus, die dem Präsidenten mehr Macht sichern soll.

51 bis 52 Prozent würden Evet ankreuzen, also mit Ja stimmen, ergaben zwei Umfragen am Mittwoch. Knapp die Hälfte der Befragten sagt Hayir — Nein. Präsident Recep Tayyip Erdogan, der bereits jetzt der einflussreichste Staatschef ist, seit Mustafa Kemal Atatürk 1923 die moderne Türkei ausrief, strebt seit langem nach mehr Einfluss. In seinem Ringen darum riskiert er nicht nur eine noch tiefere Spaltung der Türkei, sondern auch einen Konflikt mit den Verbündeten und der Europäischen Union, der das Nato-Mitglied beitreten will.

Erdogan und seine islamisch-konservative Partei AKP argumentieren, die Verfassungsänderung sei nötig, um in unruhigen Zeiten eine starke Führung zu garantieren. Dann wären auch die Wirtschaftsreformen leichter umzusetzen. Nach der Verfassungsänderung werde die Wirtschaft um sechs Prozent im Jahr wachsen, verspricht die Regierung. 2016 betrug das Plus 2,9 Prozent. Der Putschversuch im Juli drückte auf die Entwicklung im einstigen Boom-Land: Touristen blieben aus. Die Lira stürzte ab. Die Inflation ist mit mehr als elf Prozent so hoch wie seit 2008 nicht mehr. Die Arbeitslosigkeit liegt bei fast 13 Prozent.

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