Ex-Bundestrainer Brand: "Ziel sollte das Halbfinale sein"

Der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand traut den deutschen Handballern bei der WM in Polen und Schweden eine gute Rolle zu. "Zielsetzung sollte schon das Halbfinale sein", sagte der 70-Jährige bei Sport1: "Es ist zwar ein sehr hohes Ziel, aber das Erreichen der Hauptrunde wäre als Ziel nicht glaubwürdig. Und das Halbfinale ist bei guten Leistungen realistisch."

Er rechne mit einer Vorrunde "ohne Punktverlust", führte er weiter aus. Und wenn ein Turnier gut anfange, könne vieles schnell zum "Selbstläufer" werden. Dem deutschen Team habe es in der jüngeren Vergangenheit zumeist lediglich an Konstanz gemangelt. "Insofern ist es durchaus möglich, bei einer Minimierung der hohen Fehleranzahl mal gegen eine Top-Mannschaft zu gewinnen", so Brand.

Große Hoffnungen setzt er dabei in Spielmacher Juri Knorr. "Er hat eine sehr gute Entwicklung genommen", sagte der Weltmeistertrainer von 2007: "Er übernimmt von seiner Spielweise her einige Verantwortung, sucht viel im Eins-gegen-Eins den Durchbruch und macht freche Würfe aus dem Rückraum. Das Zusammenspiel mit dem Kreisläufer, vor allem Jannik Kohlbacher, ist eine seiner Stärken."

Generell sieht Brand die gedämpfte Erwartungshaltung rund um das Team positiv. "Man rechnet zwar nicht mit so vielem, aber darin sehe ich auch eine Chance, da nicht so ein großer Druck herrscht", sagte der Gummersbacher.