Ex-Hartz-IV-Empfängerin an RTL II: "Wie ihr Kinderarmut darstellt, ist ekelhaft"

Agatha Kremplewski
Die Tür ist kaputt, seitdem eins der Kinder einen Wutanfall hatte – Geld zum Reparieren hat die Familie nicht.

HuffPost-Autorin Agatha Kremplewski stammt aus einfachen Verhältnissen: Ihre Eltern waren oft über längere Zeiträume hinweg arbeitslos, die Familie lebte von Sozialhilfe und später von Hartz IV. 

Das hat sie den Machern von Unterschichtsshows wie “Armes Deutschland – Deine Kinder” nun zu sagen. 

Liebes Team von RTL II, 

mit Sendungen wie “Hartz und herzlich” oder “Armes Deutschland” habt ihr ja schon ein ganz feines Gespür dafür bewiesen, wie sich auf Kosten von Arbeitslosen und Geringverdienern die ganz große Unterhaltungsshow produzieren lässt. 

Mit eurer neuen Doku-Reihe zeigt ihr nun, dass die Kameras nicht einmal von den wesentlichen Leidtragenden der Armut Halt macht: Bei “Armes Deutschland – Deine Kinder” kommen endlich die Kleinen ganz groß raus.

Nun stehen die armen Kinder im Vordergrund

Scheinbar reicht es nicht mehr, erwachsene Menschen, deren Handlungsspielräume durch mangelnde finanzielle Mittel eingeschränkt sind, in den Mittelpunkt zu zerren, um hinterher mit dem Finger auf die “armen Assis” zu zeigen.

Jetzt stehen endlich die Sprösslinge im Vordergrund.

HuffPost-Autorin Agatha Kremplewski hat selbst Hartz IV bezogen.

Prinzipiell halte ich es nicht für verkehrt, eine Sendung über Kinderarmut in Deutschland zu produzieren. Denn das Thema ist brisant, und trotz gefühlt latenter Präsenz erleben wir schon lange keine positive Entwicklung.

Laut Berechnungen des Kinderschutzbundes (DKSB) sind etwa 4,4 Millionen Kinder hierzulande von Armut betroffen. Das bedeutet, dass ihren Familien über 60 Prozent weniger finanzielle Mittel verfügen, als das durchschnittliche Netto-Einkommen im Bund beträgt.

Ein Armutszeugnis für so ein reiches Land wie Deutschland.

Auch ich bin in alles andere als wohlhabenden Verhältnissen aufgewachsen:...

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