Ex-Krankenschwester von Premier Johnson kündigt aus Protest gegen britische Regierung

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Jenny McGee (r.) kümmerte sich rund um die Uhr um Johnson

Eine der Krankenschwestern, die sich vergangenes Jahr um den an Covid-19 erkrankten Premierminister Boris Johnson kümmerte, hat aus Protest gegen die Gesundheitspolitik der britischen Regierung gekündigt. "Wir bekommen weder den Respekt noch die Bezahlung, die wir verdienen. Ich habe es einfach satt", sagte Jenny McGee in einer Fernsehdokumentation, die am kommenden Montag auf Channel 4 ausgestrahlt wird. "Deshalb habe ich meine Kündigung eingereicht."

In den Reihen der britischen Krankenschwestern und -pfleger regt sich heftiger Protest, da die Regierung lediglich eine Lohnerhöhung von einem Prozent angeboten hat. Dies kommt angesichts der Inflationsentwicklung einer Gehaltskürzung gleich. Die Regierung verweist hingegen darauf, dass die Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde NHS anders als andere Bereiche des öffentlichen Dienstes von einer Lohnnullrunde ausgenommen worden seien.

Der Regierungschef war im vergangenen März nach einer Coronavirus-Infektion schwer erkrankt und musste zwischenzeitlich auf die Intensivstation eines Londoner Krankenhauses verlegt werden. McGee war eine von zwei Intensivkrankenschwestern, die ihn dort rund um die Uhr behandelten. Johnson sagte später, er sei nur dank der Pflege der Schwestern durchgekommen.

Die gebürtige Neuseeländerin berichtete in der Dokumentation auch von ihren Eindrücken während der Pflege des Premierministers. Es sei "surreal" gewesen, ihn in ihrem Krankenhaus zu sehen. "Ich erinnere mich, dass ich ihn sah und dachte, dass er sehr, sehr krank aussieht. Er hatte wirklich eine andere Farbe", berichtete die Krankenschwester. McGee will laut einer Mitteilung vom Dienstag künftig als Krankenschwester in der Karibik arbeiten, hofft aber, irgendwann nach Großbritannien zurückzukehren.

noe/ju

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