Ex-Leiter von sibirischer Diamantenmine nach Festnahme tot in Zelle aufgefunden

Foto des Minen-Kraters vom 1. Juli

Nach seiner Festnahme wegen eines tödlichen Unglücks in einer sibirischen Diamantenmine hat sich deren ehemaliger Leiter offenbar das Leben genommen. Die Leiche von Alexej Burkser sei am Dienstag in seiner Gefängniszelle gefunden worden, teilte das russische Ermittlungskomitee mit. Alles deute auf einen Suizid hin.

Mehr als zwei Jahre nach dem Unglück war Burkser gemeinsam mit dem früheren technischen Leiter der Mine am Montag festgenommen worden. Ihnen wird zur Last gelegt, gegen die Sicherheitsbestimmungen verstoßen zu haben und damit den Tod von acht Bergleuten in Kauf genommen zu haben. Beiden drohte eine siebenjährige Haftstrafe.

Die Mine des Staatskonzerns Alrosa in der Stadt Mirny war im August 2017 geflutet worden - insgesamt 300.000 Kubikmeter Wasser aus einem stillgelegten Krater sickerten damals in eine Pumpstation und liefen anschließend in einen Schacht, in dem Dutzende Kumpel arbeiteten. Über 130 von ihnen konnten geborgen werden, doch acht Vermisste wurden nie gefunden.

Burkser und sein technischer Leiter waren schon kurz nach dem Unglück gefeuert worden. Ihnen wurde vorgeworfen, die Arbeiten in der Mine nicht gestoppt zu haben, obwohl sie von dem Wasserleck wussten.

Die Unglücksmine in der sibirischen Teilrepublik Jakutien war das größte Diamantenbergwerk in der Sowjetunion. Bis zum Jahr 2001 wurden die Diamanten im Tagebau gewonnen - in einem der größten von Menschen gemachten Krater der Welt. Später wurde der Abbau unter Tage fortgesetzt. Seit dem Unglück ist die Mine geschlossen.