Ex-Polizist in Köln vor Gericht: Partnerin um 50.000 Euro betrogen

58-Jähriger verurteilt, weil er mit gefälschten Unterschriften Konto leer räumte.

Tagesmutter Claudia P. (59, alle Namen geändert) und Ex-Streifenpolizist Hans D. (58) waren fast zehn Jahre ein Paar.

Sie teilten Tisch und Bett, schmissen ihre Gehälter in einen Topf. Sie kümmerte sich um den Haushalt, er war für die Finanzen zuständig. Als das Paar sich 2015 wegen Differenzen trennte, fiel Claudia P. aus allen Wolken. Die Lebensversicherung, die ihr die verstorbene Mutter mit 50.000 Euro vererbt hatte, war komplett leergeräumt.

Jahrelang Unterschrift gefälscht

Der Polizist hatte jahrelang ihre Unterschrift gefälscht und sich regelmäßig Beträge zwischen 8000 und 15.000 Euro auf sein Konto überweisen lassen. Wegen gewerbsmäßigen Betruges und Urkundenfälschung saß der inzwischen pensionierte Ex-Beamte am Donnerstag auf der Anklagebank.

Und konnte zunächst erst einmal aufatmen. Wegen eines Rechtsfehlers könne er lediglich wegen Urkundenfälschung verurteilt werden, signalisierte das Gericht nach dem Studium der Akten. Claudia P. hatte ursprünglich die Versicherung angezeigt, weil sie zunächst davon ausging, dort habe ein Unbekannter sich an ihrem Geld zu schaffen gemacht.

Die Versicherung drohte daraufhin mit Gegenklage wegen Versicherungsbetrugs und legte die gefälschten Unterschriften vor, die zur Auszahlung geführt hatten.

Anzeige versäumt

Daraufhin hatte P. die Anzeige zurückgezogen, allerdings versäumt, den Ex anzuzeigen. Denn nur er hatte Zugang zu ihrem Konto, wusste, wie ihre Unterschrift aussah und kam als Täter in Frage. Im Gegensatz zur Urkundenfälschung, die als Offizialdelikt gilt und derentwegen von Amts wegen ermittelt wird, muss bei Betrug, wenn er im privaten Rahmen geschieht, der Geschädigte persönlich Strafanzeige stellen. Das war nicht geschehen.

Dass sie es ihrem Ex-Partner offensichtlich einfach gemacht habe, indem sie ihm jahrelang die eigenen Kontoauszüge ungeöffnet auf seinen Schreibtisch legte und sich nicht weiter darum kümmerte, bestritt Claudia keineswegs: „Ich hab’ doch keine Ahnung von dem Apparat“, sagte sie im Zeugenstand. „Ich war blauäugig, habe ihm voll und ganz vertraut.“

„Verwendungszweck für Überweisung von 1000 Euro: eine Banane“

Als der Betrug aufflog, hatte sie sich ihre Kontoauszüge genauer angesehen: „Verwendungszweck: eine Banane“ hatte ihr Ex beispielsweise bei der Transaktion über 1000 Euro von ihrem auf sein Konto lapidar eingetragen.

Hans D., nicht vorbestraft, hatte zuvor ein Geständnis abgelegt, beteuerte jedoch: „Das ist alles in den gemeinsamen Haushalt geflossen.“ Man habe weder einen besonders aufwendigen Lebensstil gepflegt, auch keine teuren Luxusreisen unternommen.

Eine Behauptung, die weder Anklägerin noch Gericht für nachvollziehbar hielten: „Vieles spricht dafür, dass das Geld zumindest teilweise in Ihre eigene Tasche geflossen ist.“

Ein Jahr auf Bewährung

Die Anklage forderte eine eineinhalbjährige Bewährungsstrafe, das Gericht beließ es jedoch bei nur einem Jahr – allerdings mit der Bewährungsauflage, der Tagesmutter mindestens 100 Euro monatlich für die Dauer der fünfjährigen Bewährungszeit zurückzuzahlen. Allerdings gilt die Auflage erst ab Rechtskraft des Urteils.

Und das kann dauern, denn die Anwältin kündigte bereits Berufung für ihren Mandanten an, weil ihm bei dem Strafmaß (ab einem Jahr) der Verlust der Pensionsansprüche droht....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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