Ex-Tourneeleiter von R. Kelly sagt in Missbrauchsprozess gegen R'n'B-Star aus

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Im Missbrauchsprozess gegen R. Kelly hat ein langjähriger Mitarbeiter des R'n'B-Stars Details über dessen Verhältnis zur damals minderjährigen Sängerin Aaliyah geschildert. 

R. Kelly im Mai 2019
R. Kelly im Mai 2019

In einer dramatischen Gerichtsanhörung in New York am Freitag sagte Kellys früherer Tourneeleiter Demetrius Smith aus, er habe 1994 einen Behördenmitarbeiter bestochen, um einen gefälschten Identitätsnachweis für Aaliyah zu erhalten. Auf dieser Grundlage habe der damals 27-jährige Kelly die erst 15-jährige Sängerin heiraten können.

"Ich bin ins Jugendamt marschiert und habe gesagt: 'Hey, willst du etwas Geld verdienen?'", berichtete Smith, der mehr als zehn Jahre lang für Kelly gearbeitet hatte. Er habe einem Mitarbeiter des Amts dann 500 Dollar (heute rund 430 Euro) gegeben und im Gegenzug einen Identitätsnachweis für Aaliyah mit gefälschtem Geburtsdatum erhalten. Anschließend habe Kelly seine laufende Tour abgebrochen und sei nach Chicago geflogen, um Aaliyah zu heiraten. Die Ehe wurde später annulliert.

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Auf die Idee, Aaliyah zu heiraten, seien Kelly und einige seiner Mitarbeiter gekommen, weil die Sängerin erklärt habe, schwanger zu sein, sagte Smith. Kelly habe deshalb Angst gehabt, ins Gefängnis zu müssen. Er selbst habe zunächst an Kelly appelliert, Aaliyah nicht zu heiraten. Kelly habe dann jedoch Druck auf ihn ausgeübt, weshalb er Angst gehabt habe, aus dessen innerstem Zirkel verdrängt zu werden.

Der heute 65-jährige Smith ist Kronzeuge in dem Prozess gegen Kelly. Im Gegenzug für seine Aussage wurde ihm Straffreiheit zugesichert. Auf Nachfragen des Gerichts reagierte Smith am Freitag allerdings gereizt. "Es kommt mir vor, als stünde ich vor Gericht", sagte er. "Unwohl" sei ihm außerdem dabei, dass "ständig über Aaliyah" gesprochen werde, ohne dass deren Eltern anwesend seien.

Aaliyah, die mit bürgerlichem Namen Aaliyah Haughton hieß, starb 2001 im Alter von 22 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Ihr Debütalbum "Age Ain't Nothin' But a Number" war von Kelly produziert worden.

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Der heute 54-jährige Kelly steht seit dieser Woche unter anderem wegen organisierter Kriminalität, Erpressung und sexueller Ausbeutung eines Kindes vor Gericht. Laut der Anklage wurden für Kelly systematisch junge Mädchen "rekrutiert", um Sex mit dem Sänger von Welthits wie "I Believe I Can Fly" zu haben. Der Musiker mit dem bürgerlichen Namen Robert Sylvester Kelly weist alle Vorwürfe zurück und hat auf nicht schuldig plädiert. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

isd/gap

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