Weitere Expansion nach Deutschland - Konkurrenz für Deutsche Bahn, Trenitalia will auf Highspeed-Strecken angreifen

Der ICE bekommt Konkurrenz aus Italien (Archivfoto).<span class="copyright">dpa/Frank Rumpenhorst</span>
Der ICE bekommt Konkurrenz aus Italien (Archivfoto).dpa/Frank Rumpenhorst

Die italienische Trenitalia plant eine Offensive auf deutschen Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken. Ab 2026 sollen „Frecciarossa“-Züge München und Mailand verbinden. Sie gelten als Konkurrenz zum deutschen ICE.

Trenitalia plant ab 2026 eine neue Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen München und Mailand. Dies berichtet die „Wirtschaftswoche“. Die Fahrtzeit soll zunächst sechs Stunden und 30 Minuten betragen. Nach Eröffnung des Brenner-Basistunnels könnte sie auf fünfeinhalb Stunden verkürzt werden. Aktuell dauere die schnellste Verbindung zwischen den Millionenstädten sieben Stunden und elf Minuten.

Carlo Palasciano Villamagna, Chief International Officer bei Trenitalia, äußert sich in dem Bericht optimistisch: „Wir hoffen auf eine rasche Zulassung unserer Frecciarossa-Züge.“

Trenitalia ist laut dem Bericht bereits die Nummer zwei im deutschen Regional- sowie im Frachtverkehr. Es betreibt unter anderem die Transportunternehmen Alex, Erixx und Metronom,

Deutsche Bahn deutlich größer, aber defizitär

Laut Daten von Statista erzielte die Deutsche Bahn im Jahr 2023 Umsätze von 45,19 Milliarden Euro. Der Betrag soll im laufenden Jahr leicht steigen. Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen allerdings rote Zahlen: Der Verlust belief sich auf rund 2,4 Milliarden Euro. Die Deutsche Bahn weist aktuell rund 340.000 Mitarbeiter aus, davon 231.000 im Inland.

Trenitalia ist bereits auf mehreren Auslandsmärkten in Europa aktiv, neben Deutschland auch in Frankreich und Spanien. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen befindet sich zu 100 Prozent im Besitz der staatlichen Ferrovie dello Stato Italiane (FS). Trenitalia hat laut Konzernangaben rund 14.000 Mitarbeiter. Sie betreiben rund 5000 Lokomotiven. Allein in Italien befördert Trenitalia rund 600 Millionen Fahrgäste pro Jahr.