Experte Rick Goldmann: Eishockey-WM unter Corona-Bedinungen ist "wie keine andere vorher"

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Als Experte wird Rick Goldmann auch das Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Italien begleiten. (Bild: SPORT1)
Als Experte wird Rick Goldmann auch das Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Italien begleiten. (Bild: SPORT1)

Am Freitag startet die IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft in Riga. Doch die Corona-Pandemie stellt die Spieler vor besondere Herausforderungen. Was es so schwierig macht, ohne Publikum zu spielen, das verrät der SPORT1-Moderator Rick Goldmann in seiner Kolumne.

Rick Goldmann ist ein wahrer Experte in Sachen Eishockey: 128 Mal stand der 45-Jährige im Laufe seiner Karriere für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Feld. Seit seinem verletzungsbedingten Ausstieg im Jahr 2008 ist er als Kommentator vor SPORT1 tätig. Am Freitag wird er zusammen mit Moderatorin Laura Papendick und Kommentator Basti Schwele den Auftakt der Übertragung der diesjährigen Eishockey-WM in Riga begleiten: Um 15 Uhr zeigt SPORT1 das Auftaktspiel der deutschen Mannschaft gegen Italien. Am Donnerstag veröffentlichte er zudem eine WM-Kolumne, in welcher er über die Besonderheiten der WM unter Coronabedingungen spricht.

"Diese WM ist wie keine andere vorher", schreibt Goldmann. "Sie ist eine wahre Wundertüte." Da es keine Absteiger gebe, hätten kleinere Nationen weniger Druck. Außerdem könne das Leben in der "Bubble" eine Mannschaft vor "gewaltige Aufgaben" stellen: "Lagerkoller ist noch schwieriger zu verhindern." Vor allem größere Nationen würden dies zu spüren bekommen. Die derzeitigen Umstände erinnerten ihn an die Olympischen Spiele im Jahr 2018: "Damals waren es die fehlenden NHL-Spieler, die die Leistungsdichte von vermeintlichen Topnationen und den Nationen dahinter deutlich angepasst haben."

Der russische Kader als "Wundertüte"

Ähnliches blühe vereinzelten Nationen nun wegen Corona: "Bei Kanada und den USA haben sich die ganz großen NHL-Stars wie z.B. Patrick Kane gegen das erneute Leben in einer 'Bubble' entschieden. Die NHL hatte in der vergangenen Saison in Edmonton und Toronto fast zwei Monate ihre Playoffs so durchgezogen." Aber auch Schweden und Russland müssten auf die "ganz großen Namen" verzichten.

Vor allem der russische Kader sei daher eine "Wundertüte": "Da sind unerfahrene junge Keeper, da sind gestandene NHL-Profis in der Abwehr mit einem offensiv sehr starken Ivan Provorov, sowie gefühlt halb ZSKA Moskau und halb SKA St. Petersburg im Angriff, aufgehübscht mit ein, zwei NHL-Arbeitern und dem KHL-Playoff-MVP aus Omsk. Ein Kader, der sehr weit kommen kann." Aber auch die Teams aus Tschechien und der Schweiz machten einen guten Eindruck.

Die Bedeutung der Fans vor Ort

Zuletzt schreibt der 45-Jährige über die besondere Bedeutung der Zuschauer vor Ort, die Pandemie-bedingt diesmal fehlen: "Wie oft lässt du dich als Spieler von Fans noch einmal nach vorne pushen, stacheln dich die Schmähungen an und schweißen dich als Team noch einmal zusätzlich zusammen." Dass ausgerechnet in der lettischen Hauptstadt Riga keine Fans dabei sein dürfen, ist für ihn besonders bitter: "Lettische Fans habe ich als besonders großartige, freundliche Menschen in Erinnerung. Ebenso werden auch die Fans anderer Nationen fehlen. Denn dieses Zusammensein, der faire und begeisternde Fankult rund um die Arenen, die Stimmung in den Hallen, davon leben Eishockeyweltmeisterschaften."