Experten: Demografischer Wandel gefährdet Blutversorgung

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Mann bei einer Blutspende
Mann bei einer Blutspende

Der demografische Wandel gefährdet Experten zufolge die Versorgung mit Blutprodukten in Deutschland. Während die Zahl der möglichen Blutspender zwischen 18 und 65 Jahren kontinuierlich sinke, gebe es gleichzeitig immer mehr ältere Menschen mit einem höheren Bedarf an Blutprodukten, teilte die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) anlässlich des bevorstehenden Weltblutspendetags mit.

Laut einer Studie, für die Forscher mehr als 40.000 Bluttransfusionen und 43.000 Blutspenden aus dem Saarland im Jahr 2017 auswerteten, droht bei gleichbleibender Spendenbereitschaft im Jahr 2030 eine erhebliche Unterversorgung mit Blut. Dies liege daran, dass die Generation der sogenannten Babyboomer, also die geburtenstarken Jahrgänge der 50er und 60er Jahre, die derzeit noch zu den Spendern zählt, in einigen Jahren selbst verstärkt auf Bluttransfusionen angewiesen sein werde.

Zudem habe derzeit die Corona-Pandemie Auswirkungen auf die Spendenbereitschaft und damit auf die Verfügbarkeit von Blutprodukten. "Viele gehen aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nicht zur Blutspende", erklärte DGTI-Vorsitzender Hermann Eichler. Die Blutspendedienste hätten aber ihre ohnehin strengen Hygienemaßnahmen nochmals verstärkt, "so dass gesunde Spendewillige ohne Sorgen zur Blutspende gehen können".

Bundesweit werden täglich 15.000 Blutspenden benötigt. Blutkonserven sind nicht nur nach schweren Unfällen und bei größeren Operationen lebensrettend, sie werden auch bei Krebserkrankungen gebraucht. Gleichzeitig scheiden jedes Jahr deutschlandweit etwa hunderttausend aktive Blutspender aus, durch das Erreichen der Altersbegrenzung oder wegen einer Krankheit.