Experten empfehlen Verzicht auf Astrazeneca und J&J in Impfkampagne in Norwegen

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J&J-Impfstoff in Köln

Ein von der norwegischen Regierung beauftragtes Expertenkomitee hat den Verzicht auf die Corona-Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson in der nationalen Impfkampagne empfohlen. Das Komitee empfehle den Einsatz der Vektorviren-Impfstoffe nicht, sagte der Komitee-Vorsitzende Lars Vorland am Montag bei der Übergabe des Berichts an Gesundheitsminister Bent Höie. Zur Begründung verwies er auf in seltenen Fällen nach Impfungen aufgetretene Fälle von Blutgerinnseln.

Zugleich votierten die Experten nicht für ein komplettes Verbot der beiden Impfstoffe in Norwegen. Sie sollten auf freiwilliger Basis Patienten angeboten werden können. Genauere Kriterien dafür wurden nicht genannt. Zur Position der Regierung äußerte sich Gesundheitsminister Höie zunächst nicht.

Bei Vektorviren-Impfstoffen wird ein sogenanntes Adenovirus genutzt. Dieses löst normalerweise eine gewöhnliche Erkältung aus, wurde jedoch so verändert, dass es sich nicht vermehren kann. Über den Vektor werden genetische Anweisungen an die Zellen übermittelt, ein bestimmtes Protein des Covid-19-Erregers Sars-CoV-2 zu produzieren. Auf diese Weise wird das Immunsystem auf die Bekämpfung des Coronavirus vorbereitet.

Im zeitlichen Abstand zu Impfungen mit Astrazeneca und J&J wurden seltene Fälle von schweren Hirnthrombosen festgestellt. Deshalb wurden in mehreren EU-Ländern Impfungen mit den Vakzinen ausgesetzt oder werden nur noch für bestimmte Altersgruppen empfohlen.

jes/gt