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Experten erklären, warum Kinder in der Nase bohren – und wie du es ihnen abgewöhnst

Experten geben Tipps, wie man das Nasebohren abgewöhnen kann. (Foto: Getty)
Experten geben Tipps, wie man das Nasebohren abgewöhnen kann. (Foto: Getty)

Nach einem langen Arbeitstag kommst du nach Hause und dein Kind kommt auf dich zugelaufen. Sein Finger steckt, mal wieder, in der Nase...

Wenn das Nasenbohren und die dazugehörigen Popel, die entweder verschluckt (Würg!) oder auf der Couch abgewischt (Kotz!) werden, ein immer wiederkehrendes Problem in deiner Familie sind, dann solltest du jetzt weiterlesen.

Laut Dr. Harvey Karp, Kinderarzt und Gründer und Geschäftsführer von Happiest Baby, ist Nasenbohren ein völlig normales Verhalten im Kleinkind- und Vorschulalter, auch wenn es andere abstößt.

„Dein Kind popelt vielleicht aus Langeweile oder aus Neugier oder es hat einfach eine verstopfte Nase oder es juckt etwas“, sagt Karp.

Kinderkrankenschwester Shannon Tripp fügt hinzu, dass neben der Neugierde auch Allergien, Stress und andere Unannehmlichkeiten für das Nasenbohren verantwortlich sein können. Karp stimmt ihr zu: „Wenn dein Kind häufig in der Nase bohrt, kann das daran liegen, dass seine Nase besonders trocken ist. Wenn du den Verdacht hast, dass dies der Fall ist, kann ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer von Vorteil sein. Die kühle, feuchte Luft lockert den getrockneten Schleim, sodass er sich leichter abschnäuzen lässt.“

Warum essen Kinder Popel?

„Kleine Kinder sind sehr neugierig und lieben es, mit ihrem Mund zu forschen und fast alles hineinzustecken“, erklärt Karp. „Kinder bohren auch in der Nase und essen Popel, weil sie salzig sind und ihnen, so eklig es auch klingt, gut schmecken können.“

Außerdem essen Kinder ihre Popel möglicherweise einfach deshalb, weil sie sie auf diese Weise leicht loswerden können, nachdem sie sie aus der Nase gezogen haben. Für Erwachsene mag das eklig klingen, aber für ein Kind ist es sinnvoll.

Und jetzt kommt die große Frage: Wie können Eltern dem Nasenbohren Einhalt gebieten? Das sagen Experten.

Stelle dein Kind niemal bloß

Auch wenn dus pontan sagen möchtest: „Hör auf damit“ oder „Das ist ja eklig“, solltest du bei deinem Kind kein Schamgefühl verursachen.

„Wenn du dein Kind bloßstellst, nimmst du ihm seine Würde, was nicht nur nicht nett ist, sondern auch nicht funktioniert“, sagt Karp. „Es ist effektiver, etwas Positives zu sagen und sich auf das zu konzentrieren, was dein Kind tun soll, anstatt auf das Verhalten, das es abstellen soll.“

Du kannst zum Beispiel Fragen stellen wie: „Juckt deine Nase?“ oder „Soll ich dir ein Taschentuch geben?“ So kann dein Kind sagen, was es in diesem Moment braucht, um das Problem zu lösen.

Konsequenzen erkären

Popeln ist nicht nur optisch unschön, sondern kann auch negative Folgen haben, z. B. die Verbreitung von Krankheitserregern.

„Popel – ob hart, matschig oder schleimig – sind Klumpen aus Schleim, Schmutz, abgestorbenen Hautzellen, anderen Partikeln ... und Keimen“, sagt Karp. „Wenn dein Kind also seine Popel an sich selbst, an den Möbeln, an seinen Stofftieren oder an anderen Dingen abwischt, verbreitet es Keime, die andere krank machen können.“

Karp empfiehlt, die folgenden Aussagen auszuprobieren, wenn man über die Folgen des Nasebohrens spricht: „In der Nase bohren kann Keime verbreiten und andere krank machen und wir wollen uns selbst und unsere Freunde gesund halten“. Oder „Beim Popeln kann deine Nase anfangen, zu bluten.“

Kindern müssen lernen, wie man sich schnäuzt

Wenn dein Kind „Bitte und Danke“ beherrscht, wird es mit der Zeit auch die Etikette des Nasenbohrens beherrschen (oder zumindest verstehen). Während es für einen Erwachsenen selbstverständlich zu sein scheint, nach einem Taschentuch zu fragen oder sich die Nase zu putzen, ist es wichtig, Kindern nicht nur beizubringen, wie man darum bittet, sondern auch, wie man es benutzt.

„Bring ihnen bei, wie man sich richtig schnäuzt und die Nase mit einem Taschentuch putzt, sanft und gründlich, und lobe sie, wenn sie es richtig machen“, sagt Tripp. „Den Kindern sollte auch beigebracht werden, sich nach jedem Schnäuzen die Hände zu waschen.“

Karp empfiehlt außerdem, das Schnäuzen in ein Spiel zu verwandeln. „Du kannst auch ein Spiel mit einem kleinen Taschentuchstreifen daraus machen“, fügt er hinzu. „Wenn dein Kind zuschaut, schließe den Mund, halte den Streifen unter die Nase und versuche, draufzupusten – nur mit der Luft aus der Nase – und ihn ‚im Wind wehen‘ zu lassen. Frage dann, ob dein Kind auch versuchen möchte, den Streifen zu bewegen!“

Popeln ja - aber unter Ausschluß der Öffentlichkeit

In einem kürzlich erschienenen Beitrag der Website Curious Parenting wurde festgestellt, dass viele Erwachsene zwar immer noch in der Nase bohren, dies aber im privaten Rahmen tun.

Wenn die Bemühungen, das Nasenbohren einzudämmen, nicht fruchten, könnten Eltern versuchen, das Nasenbohren als einen nachvollziehbaren Drang darzustellen, den viele von uns haben, den wir aber nur ausleben, wenn wir allein sind oder auf der Toilette. Solange man sich die Hände wäscht und die Popel nicht herumschnippt, ist eine kleine diskrete Erkundung der Nase nicht das Schlimmste auf der Welt.

Casey Clark

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