Explizite Privatfotos genutzt: Apple zahlt Millionenentschädigung

·Freiberufliche Journalistin
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iPhone-Reparatur mit Folgen: Zwei Techniker teilten intime Fotos einer Kundin auf Facebook. Dafür zahlte Apple eine Abfindung in Millionenhöhe.

GREECE - 2021/04/26: In this photo illustration, an Apple logo seen displayed on a smartphone screen with a computer keyboard in the background. (Photo Illustration by Nikolas Joao Kokovlis/SOPA Images/LightRocket via Getty Images)
(Bild: Getty Images)

Hohe Sicherheitsstandards sind bei Apple das A und O. Das wissen die Kunden des Technologieriesen auch zu schätzen. "Privatsphäre ist ein Grundrecht. Und Datenschutz zählt bei Apple zu den Kernwerten. Deine Geräte sind in so vielen Lebensbereichen wichtig für dich. Welche deiner Erlebnisse du teilst und mit wem, solltest du ganz allein entscheiden können …", erklärt Apple auf seiner Internetseite.

Passworte und Sicherheitsmechanismen waren deaktiviert

Eine Apple-Kundin aus Oregon konnte das jedoch nicht mehr allein entscheiden, nachdem sie ihr iPhone 2016 zur Reparatur gegeben hatte. Zwei Techniker des Apple-Dienstleisters Pegatron, die mit dem Auftrag betraut waren, klauten intime Fotos und ein Sex-Video vom Smartphone der Frau und luden das Material bei Facebook hoch, wie der Telegraph zuerst berichtete.

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Dabei ließen es die beiden Angestellten des kalifornischen Unternehmens so aussehen, als habe die junge Frau die Bilder und das Video selbst auf ihrem eigenen Facebook-Account ins Netz gestellt. Möglich war das, weil die Frau – so wie für die Reparatur vorgegeben – alle Passworte und Sicherheitsmechanismen deaktiviert hatte. Berichten zufolge posteten die Techniker zehn Fotos der Kundin, auf denen sie zu sehen ist, wie sie sich auszieht sowie ein Sex-Video. Der Inhalt sei erst entfernt worden, als der Freund der jungen Frau Alarm schlug.

Mehrere Millionen Abfindung

Die Studentin drohte Apple daraufhin mit einer 5-Millionen-Dollar-Klage wegen Verletzung der Privatsphäre und emotionaler Belastung. Die Parteien einigten sich schließlich auf eine Abfindung von mehreren Millionen Dollar. Die beiden verantwortlichen Techniker wurden "nach einer umfassenden Untersuchung" entlassen. Näheres sei nicht bekannt, da die Parteien eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet haben.

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin The Guardian bestätigte Apple den Vorfall, die Anwälte der Frau hätten aber auf die Bitte um Stellungnahme nicht reagiert.

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"Wir nehmen den Datenschutz und die Sicherheit der Daten unserer Kunden sehr ernst und haben eine Reihe von Protokollen eingerichtet, um sicherzustellen, dass die Daten während des gesamten Reparaturvorgangs geschützt sind. Als wir 2016 bei einem unserer Anbieter von diesem schwerwiegenden Verstoß gegen unsere Richtlinien erfuhren, haben wir sofort Maßnahmen ergriffen und seitdem unsere Anbieterprotokolle weiter gestärkt", sagte ein Apple-Sprecher dem Guardian.

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