Fünf Fragen, die ihr euch schon immer über Bitcoin gestellt habt — und die passenden Antworten

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Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist der Bitcoin-Kurs um rund 4200 Prozent gestiegen
Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist der Bitcoin-Kurs um rund 4200 Prozent gestiegen

Fast jeder hat schon einmal von Bitcoin gehört oder darüber gesprochen. Die Kryptowährung hat längst die Blasen von Tech-Nerds verlassen. Mittlerweile dürfte die Kryptowährung Thema auf dem Schulhof sein. Im Büro unterhalten sich Angestellte, die sich über niedrige Zinsen ärgern, sicher auch über den Coin.

Doch um mitreden zu können, muss man sich auch ein kleines Wissen aufbauen. Business Insider hat deswegen fünf Fragen und die Antworten darauf gesammelt, mit denen ihr auf der nächsten Party sicher punkten könnt.

Warum schwankt der Bitcoin-Kurs so stark?

Es ist wohl die bekannteste Eigenschaft vom Bitcoin: seine Schwankungen. Innerhalb von zwölf Monaten stieg der Kurs mal von 25.000 Euro auf 50.000, fiel dann wieder auf 25.000, erreichte dann sein Allzeithoch von fast 60.000 Euro und fiel dann wieder runter auf rund 37.000, wo er aktuell auch herum dümpelt. Ihr versteht schnell: Der Bitcoin schwankt sehr stark.

So hat sich der Bitcoin innerhalb eines Jahres in Dollar entwickelt
So hat sich der Bitcoin innerhalb eines Jahres in Dollar entwickelt

Aber warum ist das so? Zum einen wird der Kurs einer Kryptowährung durch das Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage beeinflusst. Werden mehr Bitcoin gekauft, steigt auch der Kurs, so auch andersherum. Was ihr wissen solltet: Der Bitcoin ist eine sehr junge Anlageklasse, die es erst seit 2008 gibt.

Darüber hinaus haben Nachrichten, Gerüchte und Tweets bekannter Persönlichkeiten aktuell noch immer enorme Auswirkungen auf die Preisentwicklung. Beispiel Elon Musk: Als der Tesla-Chef Mitte Juni ankündigte, dass sein Autokonzern bald Zahlungen mit Krypto-Coins erlauben werde, machte der Kurs einen Satz nach oben um fast zehn Prozent. Oder ein anderes Mal hatte Tesla Bitcoin als Zahlungsmittel für einen Kauf nicht zu gelassen, das wurde bekannt – und der Kurs brach prompt ein. Auch Nachrichten zu bevorstehenden möglichen staatlichen Regulierungen oder drohenden Verboten aus China beeinflussen den Kurs enorm.

Stichwort Regulierungen: Unter anderem ist der Kurs auch so volatil, also stark schwankend, weil der Krypto-Markt nicht reguliert ist. Das hat unter anderem zur Folge, dass man nicht weiß, welche Anleger aktuell besonders große Mengen an Kryptowährung halten. Diese Anleger werden in der Krypto-Szene als „Wale“ bezeichnet. Das Dilemma: Wenn diese „Wale“ große Mengen verkaufen oder kaufen, kann dies große Auswirkungen auf den Kurs haben – und das schlägt „Wellen“.

Wie kaufe ich mir Bitcoin?

Bei klassischen Marktplätzen und auf Börsen, wie beispielsweise Binance, Kraken oder Bison, könnt ihr echte Bitcoin kaufen. Diese Börsen stellen nur eine Plattform dar und vermitteln zwischen Verkäufer und Käufer.

Wer sich hier Kryptowährung kauft, besitzt die digitalen Coins. Ihr könnt diese dann auf der Plattform liegen lassen oder auf euer Krypto-Wallet transferieren, quasi ein digitaler Geldbeutel. Dort könnt ihr sie dann als echte Zahlungsmittel für bestimmte Online-Shops nutzen, die diese akzeptieren. Wer in Bitcoin nur als Anlageobjekt investieren will, der braucht aber kein Wallet. Auch günstige Robo-Advisor und Neobroker wie beispielsweise Scalable Capital bieten bereits Kryptowährung an.

Kann ich mir nur einen ganzen Bitcoin kaufen?

Da ein Bitcoin aktuell rund 37.000 Euro kostet, ist es für die meisten nicht machbar sich einen ganzen Bitcoin zu kaufen. Das ist aber für ein Investment kein Problem. Wer weniger Geld anlegen will, der kann sich auch winzige Bruchstücke eines Bitcoins kaufen. Das heißt: Wer beispielsweise auch nur zehn Euro in Bitcoin investieren will, kann das machen. Dann würde man aktuell 0,00026 Bitcoin erhalten.

Muss ich Steuern auf Bitcoin zahlen?

Beim Thema Steuerzahlen und Bitcoin sind vor allem zwei Faktoren wichtig: Wie lange ihr diese Kryptowährung besessen habt und wie hoch der Gewinn ist, den ihr mit dem Verkauf von Bitcoin erzielt habt. Es gilt: Solltet ihr die Bitcoin länger als ein Jahr besessen haben, ist der Verkauf steuerfrei – egal wie hoch der Gewinn ist. Ihr müsst diesen Gewinn dann auch nicht in eurer Steuererklärung angeben.

Wer seine Bitcoin in den ersten zwölf Monaten ab Kauf wieder verkauft, muss den Gewinn versteuern. Der Gewinn ist aber bis zu einer Freigrenze von 600 Euro steuerfrei. Erst alles darüber wird vom Finanzamt besteuert. Es gilt dann euer persönlicher Einkommensteuersatz plus gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, da es sich hierbei um ein privates Veräußerungsgeschäft handelt.

Warum ist Bitcoin auch für Kriminelle attraktiv?

Kritiker mahnen, dass Kryptowährungen unter anderem bei Straftaten im Darknet, zur Geldwäsche und zur Terrorismusfinanzierung genutzt würden. Denn eine Besonderheit der Kryptowährungen ist, dass die Tätigkeiten in der Krypto-Szene vollkommen anonym möglich sind.

Die Transaktionen sind öffentlich und im Netzwerk gespeichert, aber können nicht ohne weiteres mit dem echten Namen des Nutzers in Verbindung gebracht werden. Es gibt nur einen Schlüssel, in Form eines Zahlencodes, der nicht einfach jemandem zugeordnet werden kann. Das kann für Verbrecher sehr attraktiv sein.

Zudem ist es von überall möglich, Bitcoin zu kaufen oder zu verkaufen, man braucht dafür nur ein Handy und Internet. Auch machen es vielerorts fehlende staatliche Regulierungen einfach, die Kryptowährung für illegale Transaktionen zu nutzen.

Disclaimer: Aktien, Kryptowährungen und Investments sind grundsätzlich mit Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten. Sie ersetzen auch nicht eine fachliche Beratung.

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