Fünf Themen des Tages: Alle gegen Tesla, EU riskiert Polexit

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(Bloomberg) -- Alle gegen Tesla, Roche profitiert von Covid, europäische Aktien wenig verändert, Banken planlos bei Klimaneutralität, und EU riskiert Polexit. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Alle gegen Tesla

Europas größter Autohersteller ist bereit, sich mit Branchenkonkurrenten und Technologieunternehmen zusammenzutun, um den Software-Rückstand gegenüber Tech-Giganten wie Tesla oder Intel aufzuholen. Volkswagen sei “immer offen” für die Zusammenarbeit mit Dritten im Bereich Software und prüfe regelmäßig Optionen, sagte Vorstandschef Herbert Diess gegenüber Bloomberg News. Zuvor hatte Audi-CEO Markus Duesmann seine Erwartung geäußert, dass die Autohersteller die Softwareentwicklung bündeln werden, um die Lasten der Einführung digitaler Dienste und autonomer Fahrfunktionen zu teilen. Auch BMW-Boss Oliver Zipse hatte letzte Woche Partnerschaften gefordert, um Kosten zu senken und im technologischen Wettlauf mitzuhalten. Elon Musk, der Billionär werden könnte, dürfte das kaum schrecken.

Roche profitiert von Covid

Roche hat die Jahresprognose leicht angehoben und erklärt, dass die Delta-Variante die Nachfrage nach Covid-19-Tests ankurbelt und zu einem Umsatz- und Gewinnanstieg im mittleren einstelligen Bereich beitragen wird. Die Nachfrage nach den Covid-Tests, die das Wachstum des Diagnostikbereichs angefeuert haben, blieb im letzten Quartal im Zuge der Ausbreitung der Delta-Variante hoch. Roche hatte mit einem Abflauen der Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte gerechnet, sieht nun aber eine Fortsetzung im vierten Quartal. Für Großbritannien schließt Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng unterdessen einen erneuten Lockdown der Wirtschaft trotz ansteigender Covid-19-Fälle aus. In Deutschland ist eine Mehrheit der Meinung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass der Corona-Ausnahmezustand auslaufen soll.

Europäische Aktien wenig verändert

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich am Mittwoch wenig verändert. Der Stoxx 600 Index lag gegen Mittag um rund 0,1% im Plus nach gemischten Unternehmensergebnissen. ASML Holding fielen, nachdem die Umsatzprognose des Halbleiterausrüsters für das vierte Quartal die Schätzungen verfehlte aufgrund von Materialengpässen. Nestle stiegen, nachdem das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben und das schnellste Umsatzwachstum seit einem Jahrzehnt vorausgesagt hatte. “Die dominierende Erzählung ist, dass es eine Annahme gibt - meiner Meinung nach eine gute Chance - dass sich die großen Volkswirtschaften normalisieren, und ich denke, das ist es, was sich auf den Märkten abspielt”, sagte Arnab Das von Invesco. In Deutschland stiegen Sixt und Hamburger Hafen nach Prognoseanhebungen.

Banken planlos bei Klimaneutralität

Etliche europäische Banken streben CO2-Neutralität bis zur Mitte des Jahrhunderts an, ohne einen Plan zu haben, wie sie ihre Engagements in umweltverschmutzenden Industrien bis 2030 abbauen können. “Die Banken versäumen es systematisch, eine klare Verbindung zwischen ihren erklärten CO2-Emissionszielen für 2050 und ihren konkreten Maßnahmen in der Gegenwart und mittelfristig herzustellen”, sagte Frank Elderson, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsgremiums der EZB, am Mittwoch in einer Rede in Wien. Die Finanzwelt kann einen Beitrag zur Rettung des Planeten liefern, meint unterdessen Bloomberg-Kolumnist Mark Gilbert. Dazu seien aber bessere Daten erforderlich, und dies sei ein ideales Betätigungsfeld für einen Kapitalismus, der marktgesteuerte Verbesserungen hervorbringt.

EU riskiert Polexit

Der polnische Ministerpräsident hat den Rechtsstreit mit der EU eskaliert und Brüssel vorgeworfen, seine Kompetenzen zu überschreiten. In einer Rede vor dem europäischen Parlament sagte Morawiecki, dass die Europäische Kommission “finanzielle Erpressung” betreibe, indem sie Warschaus Antrag auf 36 Milliarden Euro an Konjunkturmitteln verzögere. Der Europäische Gerichtshof betreibe mit seinen Urteilen eine “stille Revolution”, die die Souveränität der Mitgliedsstaaten untergrabe. Die scheidende Bundeskanzlerin ist laut informierten Kreisen besorgt, dass der Konflikt in einer Katastrophe enden könnte - dem Austritt Polens aus der EU. Die EU könnte den Autoritarismus in Polen stärken und das Land anfälliger für äußere Einflüsse machen.

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