Fünfter Tag der Demonstrationen gegen die Militärjunta in Myanmar

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Demonstranten in Rangun

In Myanmar haben sich Kritiker der Militärjunta am Mittwoch den fünften Tag in Folge zu Protestkundgebungen versammelt. In der Wirtschaftsmetropole Rangun nahmen mehrere hundert Menschen an Demonstrationen teil, weitere Proteste gab es in der Hauptstadt Naypyidaw. Eine Woche nach dem Militärputsch in Myanmar hatte die Armeeführung am Dienstag die Zentrale der Partei der Friedensnobelpreisträgerin und bisherigen de-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi in Rangun zerstört.

"Wir werden alles tun, um die Militärregierung abzulehnen", sagte der Hotelangestellte Kyaw Kyaw in Rangun. "Wir wollen nicht in einer Diktatur leben", ergänzte der Student Nyein Wai.

Der UN-Sondergesandte Tom Andrews verurteilte den Einsatz von Gewalt. Er sagte, die Polizei habe in Naypyidaw eine junge Frau durch Schüsse verletzt. Bilder dieses Polizeieinsatzes verbreiteten sich schnell in den Online-Netzwerken. Ein Arzt sagte, die Frau sei in eine Intensivstation gebracht worden, weil sie nicht bei Bewusstsein sei und nicht aus eigener Kraft atmen könne.

Seit Montagabend sind Versammlungen von mehr als fünf Menschen in Rangun, Naypyidaw und anderen Städten verboten. In den vergangenen Tagen waren hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um das Ende der Militärherrschaft und die Abschaffung der Verfassung von 2008 zu fordern, die der Armee viele Vorrechte einräumt.

Die Armee zieht die Rechtmäßigkeit der Wahlen vom November in Zweifel, die mit einem massiven Sieg der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) von Suu Kyi endeten. Die NLD erklärte, Suu Kyi sei "bei guter Gesundheit". Allerdings wurde Suu Kyi weiterhin nicht in der Öffentlichkeit gesehen.

In Mandalay beobachteten Augenzeugen, dass Sicherheitskräfte Tränengas auf Demonstranten abfeuerten, die die Fahne der NLD schwenkten. Erstmals gingen die staatlichen Medien auf die Proteste ein. Sie berichteten, die Menschen hätten "obszöne Worte" gebraucht und mit Gegenständen nach der Polizei geworfen. Dabei seien vier Polizisten verletzt worden.

ao/muk