Für glücklichere Schweine: Greenpeace protestiert vor Edeka-Filiale in Köln-Sülz

Aktivisten beklebten die Fenster des Supermarktes mit Bildern von Schweinen.

Schweine sind nicht so dreckig wie der Volksmund immer behauptet. „Sie legen sich eigentlich gar nicht gerne in ihren eigenen Kot“, sagt Greenpeace-Mitglied Manfred Bigge. „Sie tun das nur, wenn sie dazu gezwungen werden“, erklärt er am Freitag  vor der Edeka-Filiale an der Berrenrather Straße. Greenpeace-Aktivisten haben die großen Fenster des Supermarktes mit Bildern der rosafarbenen Vierbeiner bedeckt. Lautes Quieken ertönt aus den Lautsprechern.

Bigge und seine Kollegen klären auf: Die Massentierhaltung, bei der die Vierbeiner im Dämmerlicht auf engsten Raum gehalten und ohne Narkose kastriert werden, würde für die intelligenten Tiere ein enormes psychisches Leid bedeuten. Und der Lebensmittelkonzern würde sich nicht ausreichend darum sorgen. Mit anderen Unternehmen habe Edeka sich bereits vor einiger Zeit darauf geeinigt, auf den Eigenprodukten zu kennzeichnen, wie die Tiere, von denen das jeweilige Fleisch stammt, gehalten wurde – und so dafür zu sorgen, dass die Bedingungen, unter denen sie aufwuchsen, für den Verbraucher transparent sind.

„Nun hinkt aber ausgerechnet Edeka als Mitorganisator bei der Umsetzung hinterher“, kritisiert Bigge.

In verschiedenen deutschen Städten hat Greenpeace daher in den vergangenen Tagen Kampagnen vor den Edeka-Filialen organisiert. Das Unternehmen weist die Kritik jedoch von sich: „Transparenz und Information der Kunden sind uns sehr wichtig“, sagt Kerstin Hastedt, Pressesprecherin des Konzerns. „Daher haben wir bereits im Mai 2018 unsere Zusage gegeben, eine gemeinsam vom Handel entwickelte Lösung zu implementieren. Dass Edeka eine Haltungskennzeichnung einführt, stand schon vor den Aktionen von Greenpeace fest.“ Die Organisation verschaffe sich nun auf Kosten von einzelnen Edeka-Kaufleuten Aufmerksamkeit.

Zeitgleich mit der Kampagne erschien auf der Homepage des Unternehmens auch eine Pressemitteilung, die darüber informierte, dass es das Vorhaben umsetzt, die Produkte nun zu kennzeichnen. Christoph Brade von Greenpeace Köln hält das für keinen Zufall. „Die Veröffentlichung zeigt doch, dass unsere Aktionen Erfolg hatten. Darüber freuen wir uns natürlich.“ Die Freude teilte auch so mancher Edeka-Kunde: „Ich finde die Aktion richtig gut“, sagt die Sülzerin Carina Latten, „dabei brauchen wir natürlich viel mehr als die Pflicht, die Herkunft des Fleischs zu kennzeichnen. Wir müssen überlegen, ob wir überhaupt so viel Fleisch essen müssen. Wir müssen davon Abstand nehmen, den Tieren Antibiotika zu geben, die letztendlich dazu beitragen, dass sich resistente Stämme entwickeln.“

Auch aus Sicht von Bigge sollten weitere Schritte folgen. „Die Kennzeichnungspflicht orientiert sich ja nur an der gesetzlichen Mindestvoraussetzung für eine artgerechte Tierhaltung“, sagt er. „Wünschenswert wäre natürlich mehr. Aber wir wollen niemanden etwas vorschreiben. Jeder soll Fleisch essen, wenn er mag, aber weniger wäre schon etwas – und wenn, dann von glücklichen Tieren.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta