Für die SPD bleibt der traditionelle Haustürwahlkampf im Mittelpunkt

Katarina Barley stellt die Kampa vor

Ungeachtet aller modernen Technik - der traditionelle Haustürwahlkampf bleibt für die SPD das entscheidende Mittel im Kampf um Wählerstimmen. "Der Haustürwahlkampf ist das wichtigste Element", sagte Generalsekretärin Katarina Barley am Donnerstag bei der Präsentation der SPD-Wahlkampfzentrale Kampa in Berlin. Von dort sollen etwa hundert Mitarbeiter die Kampagne der Sozialdemokraten und ihres Kanzlerkandidaten Martin Schulz koordinieren.

Soziale Medien und Internet hätten dabei große Bedeutung, könnten aber "die direkte menschliche Begegnung nicht ersetzen", sagte Barley. Sie sieht die SPD weiter auf der Erfolgsspur und verweist auf 16.000 seit Jahresbeginn neu eingetretene Mitglieder, davon 40 Prozent im Juso-Alter. Mit nun insgesamt mehr als 440.000 Mitgliedern habe die SPD ihren Vorsprung vor der CDU ausbauen können.

Den Haustürwahlkampf gibt es zwar seit vielen Jahrzehnten, allerdings hat die SPD wie andere Parteien auch dafür technisch aufgerüstet und verspricht die modernste Kampagne in Deutschland. Kernstück ist eine interaktive Website, auf der sozioökonomische Bevölkerungsdaten bis herunter auf einzelne Straßenzüge von den Wahlkämpfern abgerufen werden können. Ausgewertet werden dazu auch Daten aus sozialen Medien. Personenbezogene Daten gebe es darin aber nicht, verspricht Barley unter Hinweis auf den Datenschutz.

Ziel sei es, die SPD-Wahlkampfteams dorthin zu schicken, wo es das größte Zuwachspotenzial gibt. Dies müssten nicht unbedingt die SPD-Hochburgen seien, sondern die Bezirke, wo es bei vergangenen Wahlen die größte Differenz zwischen tatsächlichen und als möglich eingeschätzten Wählerstimmen gab. "Das Potenzial ist das entscheidende Auswahlkriterium", sagte die Generalsekretärin.

Die Kampa2017 ist im selben Gebäude in Berlin-Kreuzberg untergebracht wie die Parteizentrale und versteht sich laut Barley als "atmendes System". Das heißt Mitarbeiter können projektbezogen zwischen normaler Parteiarbeit und Wahlkampfzentrale hin und her wechseln. Schulz war bei der Kampa-Präsentation nicht anwesend. Der Kanzlerkandidat sei im NRW-Landtagswahlkampf auf Haustüren-Tour in Hamm, sagte Barley.

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