F1-Bosse planen Strecken-Revolution

Markus Bosch
Auch der visuell spektakuläre Stadtkurs von Baku steht nach meist langweiligen Rennen auf dem Prüfstand

Gibt es die nächste Revolution in der Formel 1?

Nach einer eingehenden Analyse der Formel-1-Saison denken die Bosse von Liberty Media offenbar über einen Umbau der aktuellen Strecken nach, berichtet Motorsport-Total. Ziel dieser Maßnahme sind demnach mehr Überholmanöver auf der Strecke.

Sportchef Ross Brawn erklärte dazu: "Wir sind schon im Gespräch mit einigen Strecken. Dabei geht es um potenzielle Veränderungen, die das Racing verbessern sollen." 

Die Formel-1-Bosse wollen verstehen, in welchen Zeiträumen es mehr Positionswechsel gab und ob auf einigen Kursen, unabhängig vom Reglement, mehr Action geboten wurde als auf anderen.


Einzelne Szenarien werden geprüft

Doch Brawn mahnt zur Vorsicht, denn Überholen bedeute nicht zwangsläufig guten Sport. "Man muss sich überlegen, was es ist: zwei miteinander kämpfende Autos." Liberty schaut daher, wie und in welcher Situation es den Piloten möglich war, unterschiedliche Linien zu fahren.

Brawn verdeutlicht die These mit einem Beispiel: Wenn nach einer engen Gerade eine Haarnadelkurve kommt und anschließend wieder in eine enge Gerade mündet, ist nur wenig Platz für Überholmanöver.

Anders bei einer breiten Fahrbahn: Dort kann durch eine andere Linienwahl überholt werden. Als Paradebeispiel nannte Sportchef Brawn Austin.


Asphalt als Faktor?

Doch nicht nur die Streckencharakteristik sei entscheidend: Es geht um die These, ob glatte und reifenschonende Asphaltsorten der Action abträglich wären, weil sie weniger Verschleiß und damit weniger Leistungsunterschiede produzieren.

Der Grand Prix von Sotschi wäre ein Beispiel für diese These, da die Rennen dort seit Jahren größtenteils langweilig sind.

Brawn stellte aber klar, dass die Veränderungen nur ein Schritt auf dem Weg zu mehr Spannung seien und nicht alle Probleme der Formel 1 lösen werden.

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